Zuchtausstellung Hasen hamstern Bestnoten in Trusetal

Annett Recknagel

Ausgezeichnete Noten heimsten die 194 Rassekaninchen zur Lokalschau in Trusetal ein – angeschlossen war der Ausstellung eine Clubschau der Blauen Holicer.

Trusetal - Die einen fachsimpelten über „taubenblaues Fell“ und „glänzendes Haar“, die anderen staunten über springende Kaninchen. Letzt genannte waren die Kinder, die zur Lokalschau in Trusetal ihren ganz eigenen Spaß hatten. Ganz besonders stolz waren sie auf ihre gemalten Bilder. Peter Brehm vom Rassekaninchenzuchtverein Trusetal pinnte jedes einzelne an die Wand in der Sporthalle.

Der sechsjährige John war deshalb auch mächtig stolz. „Ich habe zwei Hasen und einen Regenbogen gemalt“, plapperte er drauf los. Wenig später entdeckte er die über Hürden springenden Kaninchen und konnte kaum still sitzen bleiben. „Guck mal – der Hase will zu uns“, rief die vierjährige Nele und war völlig aus dem Häuschen. Trotzdem mussten sich die zwei Kinder genauso wie Bennett und Lilija artig auf die Bank setzen. Schließlich sprangen die von Tamara Werner und Tobias Horst aus Weitramsdorf mitgebrachten Tiere nicht einfach so über die aufgestellten Hürden. Etwas ruhig musste es schon sein. „Das sind richtige Sportler“, gab die junge Frau aus Oberfranken bekannt. Tobias Horst und sie gehören zum dortigen Kleintierzuchtverein und trainieren die Tiere. „In Richtung Käfig springen sie meist besser“, berichtete Tamara Werner. Und siehe da – sie hatte Recht. Die Kinder schauten mit großen Augen zu und freuten sich immer dann, wenn ein Sprung, ohne dass ein Stab herunter fiel, geklappt hatte. Nach zwei Runden Vorlauf waren die Vierbeiner so richtig in Form. Und das Beste: Sie durften auch gestreichelt werden. Auf diese Weise wurde der Besuch der Lokalschau für die Kinder zum ganz besonderen Erlebnis. Ganz genau das hatten die Vereinsmitglieder beabsichtigt.

Doch auch die Erwachsenen kamen auf ihre Kosten. Zum einen konnten ausgezeichnete Rassekaninchen besichtigt werden und zum anderen gab es eine Clubschau der Blauen Holicer, die sehr gutes Tiermaterial versprach.

Ein Drittel der gezeigten 194 Tiere wohnt in Trusetaler Ställen. Alle übrigen bei Gastausstellern in Seligenthal, Fambach, Näherstille, Bad Liebenstein und Brotterode. Die Clubmitglieder hatten ihre Tiere aus ganz Thüringen nach Trusetal gebracht. Insgesamt waren es 40 Stück. Vorsitzender des Holicer-Clubs ist Stefan Möller aus Brotterode.

Für den Besucher sahen die 40 Tiere möglicherweise alle gleich aus. Der Fachmann aber sieht die feinen Unterschiede sofort. „Fell, Kopfform, Augenfarbe oder auch Krallenfarbe können unterschiedlich sein“, war zu erfahren. Die Holicer Kaninchen sind in Tschechien heraus gezüchtet worden und bei uns erst seit 2015 zugelassen.

Das Siegertier der Clubschau gehört dem Brotteroder Knut Michael. Die beste Zuchtgruppe stellte Heiko Semmel aus Hasselroth aus. Zudem gewann er den Landesverbandsehrenpreis. Der Kreisverbandsehrenpreis ging an Klaus Rosenek aus Tiefenort. Insgesamt waren die Clubmitglieder mit ihrer Schau sehr zufrieden, ebenso wie die Mitglieder des Rassekaninchenzuchtvereins Trusetal. Sie freuten sich mit ihrem Vereinsmeister Marco Dietsch, der für seine Marburger Feh zwei Höchstnoten „vorzüglich“ und zehn zweitbeste Prädikate „hervorragend“ bekommen hatte. Sehr gut dabei war auch Stefan Möller, der für seine Kleinchinchilla zwei Höchstnoten in Empfang genommen hatte.

Die beiden Kreisverbandsehrenpreise der Lokalschau gingen an Bernd Jung aus Näherstille und an den Bad Liebensteiner Uwe Messerschmidt. Letztgenannter bekam diese Auszeichnung für seine wildfarbenen Zwergwidder. Jung erhielt sie für seine hellen Großsilber. Freilich gab es innerhalb der Ausstellung auch wieder seltene Rassen zu sehen. Peter Brehm wies hier unter anderem auf die Luxkaninchen von Timo Reich aus Bad Liebenstein hin. Ebenso ins Auge fielen die Satin Kaninchen des Vereinsvorsitzenden Bode Dietsch aus Trusetal. Die Schau war an beiden Tagen gut besucht – sämtliche Hygieneregeln wurden eingehalten.

 

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