Zu wenig Gütermengen Güterbahnhof wird nicht ausgebaut

Per Zug zum Kunden: Batterien aus Arnstadt. Foto:  

Der Arnstädter Güterbahnhof sollte zu einem großen Logistikzentrum für das Erfurter Kreuz ausgebaut werden. Aus diesem ehrgeizigen Vorhaben wird nun zunächst nichts. Es fehlt an den nötigen Mengen.

Der geplante Ausbau des Güterbahnhofs in Arnstadt zu einem Logistikzentrum für die Industriegebiete am Erfurter Kreuz ist ausgebremst worden. Wie die Thüringer Ministerien für Wirtschaft und Infrastruktur am Dienstag mitteilten, kam eine dafür nötige Einigung zwischen dem chinesischen Batteriezellenhersteller CATL und DB Cargo nicht zustande. Die Deutsche Bahn hatte von CATL bestimmte Gütermengen gefordert, um das Projekt wirtschaftlich umsetzen zu können. Die von den Chinesen zugesagten Mengen hätten jedoch nicht ausgereicht. CATL betreibt am Erfurter Kreuz eine Lithium-Ionen-Batteriefabrik.

„Trotz intensiver Verhandlungen in den letzten Wochen und Monaten ist es letztlich nicht gelungen, die Zusagen von CATL und die Erwartungen der DB Cargo zu den garantierten Transportmengen in Übereinstimmung zu bringen“, erklärte Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Er gehe aber davon aus, dass mit einem Ausbau des CATL-Werks auch die Frage der Errichtung des Güterverkehrsterminals am Erfurter Kreuz neu bewertet werden könne. Schließlich würden Anforderungen, die Hersteller von Elektrofahrzeugen an eine möglichst klimaneutrale Produktion und Logistik ihrer Zulieferer stellen, weiter wachsen. Entscheidungen dazu würden aber wohl nicht mehr dieses Jahr fallen, sagte Tiefensee.

Infrastrukturministerin Susanna Karawanskij (Linke) sagte: „Trotz der veränderten Lage steht das Land zu seinen Zusagen. Wir wollen die infrastrukturellen Rahmenbedingungen weiter verbessern.“

Die Bahn-Gütersparte DB Cargo teilte mit, man wolle sich nun zunächst auf die Entwicklung von Transportkonzepten über das bestehende Güterterminal Erfurt-Vieselbach konzentrieren und CATL bei der Suche nach einem Standort am Erfurter Kreuz für die Waggonverladung unterstützen.

Bürgerinitiative gegen das Projekt

Das geplante „Rail Logistics Center“ (RLC) in Arnstadt sollte ein modernes Containerterminal mit Stückguthalle und eine Umladestation zwischen Straße und Schiene samt zweier Kranbrücken umfassen. Vorgesehen war ursprünglich, bereits ab Anfang 2024 täglich bis zu vier Züge zu be- und entladen. Bis zu 130 Lastwagen hätten dazu täglich von CATL zum Bahnhof rollen sollen. Gegen das Projekt hatte sich in Arnstadt bereits eine Bürgerinitiative gebildet.

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