Nichts zur Medaillenausbeute konnten zudem die Snowboarderinnen und Snowboarder, die Eishockey-Teams, die Curler und die Olympia-Debütanten beim Skibergsteigen beitragen. Deutsche Shorttracker waren gar nicht erst qualifiziert. "Wir haben in Deutschland nicht mehr die erforderlichen Strukturen, um international erfolgreich zu sein", warnte Ex-Skirennfahrer Neureuther.
Weiter Streit um Sportfördergesetz
Wie schon nach den Sommerspielen in Paris, als die DOSB-Spitze auf Platz zehn des Medaillenspiegels den schwächsten Ertrag seit der Wiedervereinigung bilanzieren musste, richten sich die Hoffnungen auf die seit langem stockende Spitzensportreform. Eine unabhängige Agentur soll künftig über die Verteilung der Steuer-Millionen und die Strukturen im deutschen Spitzensport entscheiden und ihn so effizienter und international wieder wettbewerbsfähiger machen.
Doch hinter den Kulissen kommt das Gesetzvorhaben nur langsam voran. Politik und Sport streiten um Posten und Machtverteilung. Offen ist, ob der Bundestag das Gesetz wie eigentlich geplant noch vor der Sommerpause verabschieden wird. Ihre volle Wirkung wird die Reform erst in einigen Jahren entfalten können.
Und auch die angestrebte Olympia-Bewerbung, in deren Sog der deutsche Sport auf einen Aufschwung hofft, bleibt vorerst eine Wette auf die Zukunft. Felix Neureuther warnte daher in der "Bild am Sonntag": "Ich kann Ihnen schon jetzt prognostizieren, dass bei den Winterspielen 2030 in Frankreich der nächste Tiefpunkt erreicht wird."