Zu viel Katzen Aufnahmestopp im Tierheim

Das Tierheim am Wald in Hildburghausen kann keine Katzen aus Privathaushalten mehr aufnehmen. „Ein Tierheim ist keine Auffangstation für ungewollten Katzennachwuchs“, klagt der Tierschutzverein. Er fordert Kastrationen. Theoretisch kann eine Mutterkatze 21 neue Kätzchen pro Jahr zur Welt bringen.

Aufgrund der hohen Belegungszahlen im Tierheim des Tierschutzvereins Südthüringen werden keine Katzen von Privatleuten mehr aufgenommen. Wegen derzeit laufender Baumaßnahmen können auch keine Hunde aus Privathaushalten aufgenommen werden, wie Monika Hahn im Namen des Vereinsvorstandes erklärte

In diesem Zusammenhang hat der Tierschutzverein eine eindringliche Bitte an alle Katzenbesitzer: „Bitte lassen Sie Ihre Tiere kastrieren. Ein Tierheim ist keine Auffangstation für ungewollten Katzennachwuchs, zumal die meisten dieser Tiere sehr scheu sind, nur langsam zahm werden und sich in Quarantäne gar nicht wohl fühlen.“

Ein Tierhalter habe Verpflichtungen, sein Tier artgerecht zu halten. Dazu gehöre auch eine medizinische Versorgung und eben auch eine Kastration, wenn man keine jungen Kätzchen möchte. Der Tierschutzverein verweist auf die Katzenschutzverordnung, welche beispielsweise in der Verwaltungsgemeinschaft Heldburger Unterland und in der Stadt Schleusingen in Kraft ist. Hier ist es sogar Pflicht, Freigängerkatzen und -kater kastrieren zu lassen. Weitere Kommunen werden demnächst folgen.

21 neue Kätzchen pro Jahr

Im Haus lebende Katzen erreichen bei Pflege durch den Menschen in der Regel ein Alter von 15 bis 20 Jahren. Weibliche Katzen werden zwischen dem vierten und zwölften Lebensmonat geschlechtsreif. Eine Katze, die zum ersten Mal wirft, gebiert meistens zwei bis drei Junge. Bei späteren Geburten erhöht sich die Zahl der Jungtiere häufig auf bis sieben Kätzchen. In seltenen Fällen sind aber auch zehn oder sogar mehr möglich. Eine Katzendame, die nicht kastriert ist, kann bis zu drei Würfe im Jahr haben – also theoretisch 21 kleine Kätzchen pro Jahr.

Im Allgemeinen werden, außer bei Zuchtkatzen, sowohl Männchen als auch Weibchen kastriert. Bei der Kastration werden die Hoden oder Eierstöcke entfernt. Die Kastration der frei lebenden Katzen ist eine wichtige Grundlage für den Tierschutz, weil so unnötiges Leid durch eine große Anzahl unversorgter Katzen verhindert werden kann. Zudem wird durch die Kastration bei Katern der Markierungsdrang in etwa 90 Prozent der Fälle unterbunden. Eine – jedoch selten praktizierte – Alternative zur Kastration stellt die Sterilisation dar, bei der nur die Samen- oder Eileiter durchtrennt werden.

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