Zu lang, zu schwer und unsicher Polizei zieht zwei Transporter von der Autobahn

Gleich zwei Transporter-Fahrern hat die Autobahnpolizei in den vergangenen Tagen die Weiterfahrt auf den Thüringer Autobahnen untersagt. An beiden montierten die Beamten Parkkrallen.

Erfurt/Hermsdorf - Zunächst unterbrachen die Polizisten die Weiterfahrt für einen Fahrzeugtransport auf der Autobahn 4. In der Nacht zu Dienstag habe ein Verkehrsteilnehmer alarmiert zwischen den Anschlussstellen Erfurt-Ost und Erfurt-West die Einsatzkräfte alarmiert, heißt es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Die obere Ladefläche eines Aufliegers hing demnach schief. Der Anrufer nahm an, dass ein Risiko für die Ladungssicherung bestehe.

Der Verdacht der technischen Mängel bestätigte sich dann bei der Kontrolle auf einem Rastplatz. Diese waren so gravierend, teilte die Polizei mit, der Fahrer des Transporters sie erst beheben musste, ehe er weiterfahren durfte. Zum einen war der Sattelzug für neun Pkw zu klein und somit überladen. Dazu stellten die Beamten Defekte an der Hydraulikanlage des Anhängers und des Lkws fest.

Um die obere Ladefläche behelfsmäßig zu stützen, war eine Eisenstange zwischen die Ladeebenen geklemmt und mit einem Spanngurt am Rahmen fest gemacht. Im Display des Führerhauses wurden außerdem Druckluftverlust und eine Störung des Bremssystems gemeldet. Und: Es fehlten für mehrere Tage Nachweise des Fahrers für seine Fahrten.

Gegen die Verantwortlichen des Unternehmens, für das der Fahrer unterwegs war, wurde ein Verfahren eingeleitet. Der Mann konnte seinen Weg fortsetzen, als er die Mängel an seinem Lkw behoben hatte. Die Pkw der oberen Ladeebene wurden auf ein anderes Fahrzeug umgeladen, die notwendigen Reparaturen durchgeführt. Am Dienstagabend war die Fahrzeugsicherheit hergestellt und die Parkkralle, die die Polizei angebracht hatte, wurde entfernt.

Der zweite, ähnliche Fall ereignete sich am Mittwochmorgen. Ein Schwerlasttransport war auf der Autobahn 9 in Richtung Berlin unterwegs - augenscheinlich zu lang, zu hoch und überladen, teilte die Autobahnpolizei weiter mit. Auf einem Rastplatz wurde der Transporter auf einer mobilen Radlastwaage gewogen. Dabei bestätigte sich der Verdacht der Beamten: 52,2 Tonnen Gesamtgewicht und keine Ausnahmegenehmigung, die der Lkw-Fahrer hätte vorlegen können. Überhaupt fehlte die Erlaubnis für den Schwertransport, da die Fahrt vom Unternehmen nicht bei den zuständigen Behörden beantragt worden war.

Die Polizisten vermaßen das Fahrzeug, das zu einem polnischen Unternehmen gehört. Auch hier bestätigte sich die Vermutung: zu lang, zu hoch, zu breit. Und auch hier kam eine Radkralle zum Einsatz, ein Verfahren gegen das Unternehmen wurde eingeleitet. Die Weiterfahrt des Transporters ist laut Polizei so lange untersagt, bis ein für den Transport geeignetes Fahrzeug die Ladung übernimmt und die zuständigen Behörden ihre Genehmigung an das polnische Unternehmen erteilt haben.

 

Autor

 

Bilder