Zu Besuch Erste Transgender-Sambakönigin in Coburg

Auch wenn das Samba-Festival heuer wieder ausfallen muss: Eine Königin kommt trotzdem. Und auf die blickt derzeit ihre ganze Heimat.

Coburg - Und sie trommeln doch! Und zwar am Freitag, 10.40 Uhr, auf dem Coburger Marktplatz. Pünktlich zur Eröffnung des Samba-Wochenendes (9. bis 11. Juli) hält brasilianisches Flair in Coburg Einzug. Auch wenn daraus kein dreitägiges Festival mit 200.000 Besuchern wird, ein „Lebenszeichen“ aus Samba-City ist es allemal. Die Augen sind dabei vor allem auf eine gerichtet: Die Transgender-Frau Camila Prins hat in Brasilien Geschichte geschrieben. In einem Land mit der höchsten Homo- und Transphobie motivierten Mordrate der Welt wurde sie zur Sambakönigin einer Sambaschule gewählt. Eine Auszeichnung, um die sich jährlich Berühmtheiten und Models reißen. 30 Jahre habe Camila Prins davon geträumt, sagt sie. Mittlerweile lebt die gebürtige Brasilianerin in der Schweiz – das macht es auch möglich, dass sie zur dreitätigen Konzertreihe „Voices of Brazil“ nach Coburg kommt.

„Wir wollten sie eigentlich zum Samba-Festival 2022 einladen“, verrät Nini Beyersdorf von Sambaco. Doch Prins wie auch zwei Samba-Prinzessinnen hätten darauf bestanden, die Veranstalter schon in diesem Jahr zu unterstützen. „Sie meinten, gerade jetzt wäre es doch wichtig“, erzählt Nini Beyersdorf. Und so wird sie bereits am Freitagvormittag auf dem Marktplatz dabei sein, wenn erstmals seit langem wieder Samba-Trommeln durch die Innenstadt schallen. Mit ihrer Krönung vor dem Rathaus wird das etwas andere Samba-Wochenende eröffnet (siehe Infokasten).

Alle brasilianische Künstler, die Sambaco für das Wochenende nach Coburg geholt hat, leben in Europa und werden täglich getestet, betont Beyersdorf. Weltweit hätten Gruppen und Akteure Interesse angemeldet zu kommen, „aber wir konnten das nicht umsetzen. Alleine die Anreise und die Quarantäne, das wäre nicht gegangen“, bedauert sie.

Mit dem Besuch von Camila Prins blickt nun sogar das Ausland auf Coburg. „In fünf verschiedenen brasilianischen Zeitungen war ihr Auftritt bereits Thema“, weiß Nini Beyersdorf. Und: „Sie freut sich so auf Coburg, denn sie war schon einmal hier“, verrät sie. 2019 besuchte Camila Prins mit einer Schweizer Samba-Schule das Festival. Und schon damals sei sie von der Toleranz und Weltoffenheit der Stadt begeistert gewesen. 2021 wird sie nun als Königin kommen.

Karten an der Abendkasse:

Die Konzertreihe „Voices of Brazil“ startet am Freitag (9. Juli) mit Rafa Brandao und Valentina Coutinho in der Benno-Benz-Sportanlage am Anger. Dabei ist auch der Bloco de Coburgo. Einlass erfolgt ab 19 Uhr, Konzertbeginn 20 Uhr.

Am Samstag (10.Juli) treten Nice Ferreira und Vando Oliveira im Kongresshaus Rosengarten auf. Beginn ist 21 Uhr, Einlass ab 19.30 Uhr.

Das Dankeschön-Konzert mit Osmar Oliveira am Sonntag im Kongresshaus ist eine geschlossene Veranstaltung.

Karten für Freitag und Samstag gibt in der Geschäftsstelle der Neuen Presse (Freitag von 9.30 bis 12 Uhr, Samstag geschlossen) sowie an der Abendkasse.

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