Wunschbaum-Aktion 64 Kindern Wünsche erfüllen

Madlen Pfeifer

Hunderte Kinder hat die Weihnachtsaktion „Wunschbaum“ in den vergangenen zehn Jahren im Kreis Sonneberg glücklich gemacht. In diesem, dem Jubiläumsjahr sollen 64 dazukommen.

Im Foyer des Bürgerhauses in Neuhaus am Rennweg stehen Organisatoren, Beteiligte und Unterstützer der Aktion „Wunschbaum“ – darunter Frank Heim (4. von links) vom Lions Club Sonneberg – beisammen und hoffen auf viele Wünscheerfüller. Foto: Madlen Pfeifer

„Tue Gutes und rede darüber.“ Eben jenes Sprichwortes bedient sich Bürgermeister Uwe Scheler, als er zu Beginn der Woche vorm ersten Advent all die Akteure bei sich im Bürgerhaus in Neuhaus am Rennweg begrüßt, die auch in diesem Jahr wieder dazu beitragen, dass Kinderwünsche an Weihnachten wahr werden. Dank der Aktion „Wunschbaum – Sonneberg hilft“.

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Bürgerhaus statt Bankfiliale

Im Jahr 2016 ist es gewesen, als der Lions Club Sonneberg gemeinsam mit der Sparkasse, dem Regionalverband Südthüringen der Volkssolidarität und dem Betreuungsverein Beistand die Aktion ins Leben gerufen und erstmals Kinderaugen zum Strahlen gebracht hat. Den Gedanken hinter der Initiative erklärt Frank Heim, Präsident des Lions Clubs: „Auch im Landkreis Sonneberg gibt es Kinder und Jugendliche, die an Weihnachten mit leeren Händen dastehen, weil ihren Eltern das Geld für Geschenke fehlt oder es niemanden gibt, der an sie denkt. Ziel ist es deshalb, Mädchen und Jungs aus Familien, die sich wenig leisten können, über die Aktion Wunschbaum einen Herzenswunsch zum Fest zu erfüllen.“ Und das mittlerweile schon zum zehnten Mal und zudem inzwischen auch in Zusammenarbeit mit dem Awo-Kreisverband Sonneberg und dem ASB-Kreisverband Sonneberg.

Passend zum Start in die Vorweihnachtszeit sind zwei Bäume voll behangen mit Herzenswünschen aufgestellt worden. Einer – wie gehabt – in der Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse in Sonneberg und ein zweiter dieses Mal im Bürgerhaus in Neuhaus am Rennweg. Weil bekanntermaßen die Umbau- und Modernisierungsarbeiten der Bankfiliale in der Rennsteigstadt noch andauern, hat’s heuer für den nadeligen mit Wünschen geschmückten Gesellen einen Ausweichstandort gebraucht, den die Stadt für jene gutherzige Aktion im Foyer ihres Verwaltungssitzes gern bereithält.

Welche Wünsche die Kinder und Jugendlichen auf den eigens für die Bäume vorgesehenen Karten geschrieben haben? Am Neuhäuser Exemplar findet sich beispielsweise dieses und jenes technisches Zubehör – ob bluetoothfähige In-Ear-Kopfhörer oder ein Headset für eine Spielekonsole – ebenso wie Spielzeug angefangen von einem 3D-Puzzle des Pariser Louvre bis hin zu einem Roboter. Auch über Gutscheine würden sich die Mädchen und Jungs laut der Notizen auf den Karten freuen, sei es für den Einkauf in einer Drogerie oder für einen Besuch im Leipziger Zoo. Ganz unterschiedlich ist es, wovon die Kinder träumen. Die Erfahrung hat Heim ein ums andere Mal in den vergangenen zehn Jahren gemacht. „Manche möchten ganz simple Dinge wie Knete, Papier und Stifte“, so der Lions-Club-Präsident. „Andere wollen gern einen Wecker, eine Taucherbrille mit Schnorchel oder ein ferngesteuertes Auto.“ Allesamt Sachen, die, wie er sagt, auf den ersten Blick alltäglich erscheinen, aber eben für viele Familien in der Region alles andere als selbstverständlich sind.

Eine von insgesamt 24 Wunschkarten am Neuhäuser Wunschbaum. Foto: Madlen Pfeifer/Madlen Pfeifer

Am Baum in Neuhaus hängen in diesem Jahr 24 Karten. In Sonneberg sind es 40 – insgesamt also 64 kleine Träume, die, so Heim, mit einem überschaubaren Betrag erfüllt werden können. Und zwar von jedem Bürger, der es Familien mit einem knappen Budget ermöglichen möchte, den Kindern eine Weihnachtsfreude zu bereiten. Interessierte müssen sich dafür nur eine Karte an einem der Bäume aussuchen, das Gewünschte besorgen und es zu guter Letzt verpackt bis zum 12. Dezember in der Neuhäuser Stadtverwaltung oder eben in der Sparkasse in Sonneberg abgeben. Von dort aus werden die Geschenke rechtzeitig vor Weihnachten an die Familien verteilt.

Die Entscheidung darüber, welche Mädchen und Jungs sich über ihre so ersehnten Geschenke freuen dürfen, wird jedes Jahr aufs Neue mit den an der Wunschbaum-Aktion beteiligten Sozialverbänden getroffen. „Dabei bleiben die Familien anonym – der Schutz ihrer Privatsphäre hat höchste Priorität“, betont Frank Heim. Involviert sind jedenfalls auch die Kinderheime im Landkreis, das ASB Kinder- und Jugendheim „Die Brücke“ in Sonneberg und das Awo Kinderheim „Haus am Rennsteig“ in Neuhaus.

Über 500 Wünsche waren’s bisher auf jeden Fall

Wenn sich der Lions-Club-Präsident an die vergangenen Jahre erinnert, dann kann er eines mit Sicherheit sagen. Nämlich, dass die Aktion immer großen Zuspruch gefunden hat. „Viele Wünsche konnten dadurch erfüllt werden“, hebt er hervor. Wie viele genau? Das kann er nicht beziffern. „Angefangen haben wir mit 50“, weiß er noch. Im Laufe der Jahre seien es mal um die 60, mal um die 70 oder auch mal über 80 gewesen. „Weit mehr als 500 Wünsche“, so Heim, „haben wir also auf jeden Fall erfüllen können.“ Heißt zugleich, dass sich zahlreiche Menschen an der Aktion beteiligt und sie so zu einem Erfolg gemacht haben. Vor allem, in dem sie einen Wunsch wahr werden ließen. Aber auch dank mancher finanziellen Zuwendung.

Heim verweist an dieser Stelle an das Spendenkonto des Sonneberger Lions Clubs – IBAN: DE 41 8405 4722 0300 9216 75, Sparkasse Sonneberg. Geld, das darauf eingeht, hilft ebenfalls dabei, Wünsche der Kinder realisieren zu können. Dann, wenn sich für manchen kein Pate hat finden lassen. Erfahrungsgemäß aber, so der Präsident, werden die Wunschkarten innerhalb weniger Tage abgenommen. Für ihn „ein Beleg dafür, dass viele Menschen bereit sind, Verantwortung für die Schwächsten in der Gesellschaft zu übernehmen“. Er und die übrigen Beteiligten an der Wunschbaum-Aktion – die im Übrigen auf politischer Ebene nicht nur vom Neuhäuser Bürgermeister, sondern auch vom Sonneberger Stadtchef Heiko Voigt sowie von Landrat Robert Sesselmann Unterstützung erfährt – betonen, dass es nicht allein um materielle Geschenke geht, sondern vielmehr darum, den Kindern zu zeigen, dass an sie gedacht wird.

„Der Wunschbaum ist unser Lieblingsprojekt, weil er direkt bei den Kindern Freude auslöst“, sagt Heim im Namen des Lions Clubs. Seit vielen Jahren engagieren sich die Mitglieder der Sonneberger Organisation ehrenamtlich in sozialen, kulturellen und bildungsfördernden Projekten in der Region. Mit der Aktion Wunschbaum soll auch in diesem Jahr wieder ein Zeichen der Solidarität und Nächstenliebe in der Vorweihnachtszeit gesetzt werden. „Für die Kinder bedeutet es eine Weihnachtsfreude, die sie sonst nicht erleben könnten – und für die Region ist es ein sichtbares Signal der Zusammengehörigkeit und dafür, wie wichtig gemeinschaftliches Engagement ist“, unterstreicht der Präsident. „Wir möchten“, so benennt er seinen persönlichen Wunsch, „auch in diesem Jahr gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern des Landkreises Sonneberg dafür sorgen, dass kein Kind leer ausgeht.“ In diesem Sinne: Die Bäume stehen und die Karten warten darauf abgenommen zu werden, um Wünsche in Erfüllung gehen zu lassen.