Wunschbäume der Sparkasse Jeder kann nun Weihnachtswünsche erfüllen

Sarah Jakob
Lions Club-Präsident Stefan Hermann, Bürgermeister Heiko Voigt und Sparkassenvorstand Torsten Traut nehmen Wünsche entgegen. Foto: Carl-Heinz Zitzmann

Auch dieses Jahr zieren wieder reich geschmückte Tannen mit besonderen „Kugeln“ die Sparkassen in Sonneberg und Neuhaus am Rennweg. Sie sind Wunschbäume, von denen Besucher sich Wünsche vieler Kinder aus finanziell benachteiligten Familien annehmen können.

Sonneberg - Es leuchtet und schimmert in der Sparkassenfiliale in der Bahnhofstraße in Sonneberg. Verantwortlich für den Weihnachtsglanz in eine ausladend geschmückte Tanne. Doch bei diesem Nadelbaum handelt es sich nicht etwa um einen ganz herkömmlichen Raumschmuck– nein, er erfüllt in den nächsten Wochen einen ganz besonderen Zweck – nämlich den als sogenannter „Wunschbaum“. Nun sind „wünschen“ und „Weihnachten“ auf bekannte Weise miteinander verbunden, doch steht dieser spezielle Gewächs für eine wichtige Aktion des Lions Clubs Sonneberg, der Volkssolidarität und dem Betreuungsverein „Beistand“ aus Neuhaus am Rennweg in Kooperation mit den Sparkassenfilialen der Spielzeug- und der Rennsteigstadt.

„An diesem Baum werden die Weihnachtswünsche von Kindern aus dem gesamten Landkreis angebracht“, erklärt bei einem Vor-Ort-Termin Beate Ulbricht von der Schuldnerberatung der Volkssolidarität. Sie hat sich unter anderem mit dem Finden und Auswählen der Familien beschäftigt, denen durch die angebrachten Wünsche, die vorher auf runden Kärtchen notiert wurden, eine Freude zum Weihnachtsfest gemacht werden soll. So konzentriert man sich darauf, Kindern aus einkommensschwachen Haushalten ein Weihnachtsgeschenk zu ermöglichen.

Wünsche verschenken

Das Prinzip des Wunschbaumes ist einfach: Die Familien beschreiben ihre Wünsche möglichst genau auf Karten, die anschließend gut sichtbar zwischen Kugeln und Zapfen gehängt werden. Eine solche Installation befindet sich aktuell in den Sparkassenfilialen von Sonneberg und Neuhaus. Interessierte Besucher, die ein Geschenk besorgen möchten, können sich die jeweilige Karte vom Baum nehmen, das Präsent kaufen und im Nachhinein in den Filialen abgeben. Lediglich Gutscheine und Kleidung sind von der Wunschliste ausgenommen, um anderweitige Verwendung und unpassende Klamottengrößen zu vermeiden. Wer gern etwas Gutes tun möchte, aber kein Spielzeug oder Ähnliches besorgen möchte, kann als Alternative auch zu einem Gutschein für das Sonnebad greifen: „Damit können die Familien dann einen schönen Tag zusammen verbringen“, erklärt Ulbricht. Sie kennt die Hintergründe, aus denen Aktionen wie diese so wichtig sind zur Weihnachtszeit: „Familien mit niedrigem Einkommen, gerade die mit mehreren Kindern, können sich keine großartigen Weihnachtsgeschenke leisten“, führt sie aus. Ein Zustand, dem Lions Club und Volkssolidarität mit den Wunschbäumen entgegenwirken wollen.

Große Nachfrage

Die besonderen Tannen wurden nun zum mittlerweile sechsten Mal an den beiden Standorten platziert. „Die Nachfrage war in den vergangenen Jahren sehr groß“, erklärt Ulbricht. Sowohl von den Familien, als auch von den Schenkenden. Insgesamt verzeichnet die Sparkasse 77 Wünsche von Kindern aus 36 Familien, vorwiegend aus Sonneberg. Die hohe Nachfrage könnte laut Ulbricht auch etwas mit den wachsenden Insolvenzzahlen zu tun haben: „Insolvenzen haben sich dieses Jahr verdoppelt, das liegt vor allem am neuen Insolvenzrecht“, erklärt sie. Zur feierlichen Eröffnung des Wunschbaumes in Sonneberg haben sich unter anderem auch Abgesandte des Lions Club sowie Bürgermeister Heiko Voigt und Sparkassenvorstand Torsten Traut eingefunden. Zusammen mit dem diesjährigen Präsidenten des Lions Clubs, Stefan Hermann, gingen sie mit gutem Beispiel voran und ernteten mehrere Wünsche von den Tannenzweigen.

Die Aktion um die Wunschbäume sei von Bedeutung, weil sie soziale und solidarische Aspekte fördert und zur Weihnachtszeit Menschen unterstützt, die anderweitig ihren Liebsten vielleicht kein Geschenk machen können, beschreibt Hermann nach dem Entgegennehmen der Karten. „Wer sich entschließt, ein Geschenk zu kaufen, kann dieses bis zum Mittwoch, 8. Dezember, in den Filialen abgeben“, erklärt er. Der Höchstwert der Gaben liegt dabei bei 30 Euro. Simone Böttger von der Sparkasse in Sonneberg organisiert die Vergabe und freut sich auf die Vorweihnachtszeit: „Wenn viele Menschen mitmachen, sieht mein Büro immer aus, wie eine Weihnachtswerkstatt – voller eingepackter Geschenke“, erklärt sie. Außerdem lobt sie das Engagement der Schenkenden: „Die Leute nehmen die Sache ernst und packen die Präsente immer liebevoll ein.“

Sollte der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass einmal nicht geschenkt wird, finden die Organisatoren eine Ersatzlösung. Nur einen faden Beigeschmack bringt die Coronapandemie mit sich: „Die Geschenkübergabe kann nicht offiziell im großen Kreis geschehen“, so Hermann. Doch man weiß sich schon zu helfen: Lions Club-Mitglied Harry Lieb wird wieder als Weihnachtsmann unterwegs sein und die Gaben zu den Familien bringen.

 

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