Pünktlich am Samstagmorgen öffnete sich der bedeckte Himmel und die Sonne strahlte zum Backhausfest über Wohlmuthausen. Wer hat wohl immer den heißen Draht zu den Wettermachern?
Kümmelsploatze – so heißen die Zwiebelkuchen hier – backen in Wohlmuthausen auf dem heißen Stein, kein Blech wird verwendet. Dies und noch ein paar Besonderheiten gibt’s beim Backhausfest in dem Vorderrhön-Dorf.
Pünktlich am Samstagmorgen öffnete sich der bedeckte Himmel und die Sonne strahlte zum Backhausfest über Wohlmuthausen. Wer hat wohl immer den heißen Draht zu den Wettermachern?
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70 Kilo Brotteig rollten die fleißigen Bäckerinnen aus und bestückten 210 Kümmelsploatze (so nennt man hier den Zwiebelkuchen) mit 55 Kilo Zwiebeln und 14 Kilo Speck, natürlich auch mit Rahm. Auf heißem Stein im Backhaus ausgebacken – das ist die besondere Note des Ploatzes im Dorf – mundete die deftige Köstlichkeit neben 65 Mohn-, Zucker-, oder Zwetschgendetschern und 16 Rahmkuchen am Samstag.
Zahlreich pilgerten oder radelten die Liebhaber der Gaumenfreuden aus umliegenden, auch weit entfernten Orten in das Rhöndorf. Aus Westhausen bei Gotha kommen seit vielen Jahren die Nachkommen von Horst Walter, der in den 50ziger Jahren dorthin zwangsausgesiedelt wurde. Bereits die dritte Generation aus der Familie des geborenen Wohlmuthäusers besucht das Backhausfest.
Das herrliche Wetter lud zum Verweilen unter der mächtigen Kastanie auf dem Gemeindehof ein und lockte auch ein Radlerteam aus Meiningen, zu dem der beliebte und bekannte Schauspieler Michael Jeske vom Meininger Theater zählte, in den kleinen Ort. Mit Tortenplatten und anderen Behältnissen ausgestattet, versorgten sich zahlreiche Leckermäuler auch mit Vorrat für die nächsten Wochen, denn das Backhausfest findet hier im Dorf nur noch einmal im Jahr statt, und das eben am letzten Wochenende im April. Kein Wunder also, wenn alle Ploatze, alle Detscher rasant ihren Absatz fanden.
15 Bäckerinnen fertigten den Kümmelsploatz, sieben bereiteten die Detscher, drei Männer schossen die Kuchen in den Backofen. Den Transport zwischen Backhaus und Festsaal – doch etliche Meter – übernahmen zwei weitere Helfer. Sandra Pötzschig, neu in der Dorfgemeinschaft, half das erste Mal emsig. „Ich bin Lehrling“, verkündete sie lachend, „ich lerne hier backen und kochen, damit sich die Investition in meine neue Küche lohnt und auch meine Mutter zufrieden ist.“ Bis in den frühen Abend genossen einige Besucher und Akteure das Fest und schoben am Abend noch Pizza in den Backofen.