Suhl Nur wenn man Glück hat, kann man Günther Köhlers Dam- und Rotwild für einen Moment durch den Zaun erspähen. Sobald die Tiere aber Lunte gerochen haben, sind sie wieder verschwunden. Im Inneren der 22 Hektar großen Wildgehegefläche suchen sie Schutz. Seit 1998 betreibt Köhler, der hauptamtlich Bürgermeister in Gleichamberg im Kreis Hildburghausen ist, die Wildhaltung im Nebenerwerb. Seine Hirsche, Kühe und Kälber wachsen naturnah auf. Wir sind kein Tierpark, in dem das Wild fast aus der Hand frisst, sagt er. Ist die Zeit reif für den Braten in der kalten Jahreszeit, muss er ansitzen wie ein Jäger. Köhler ist Jäger, hat seinen Schein seit langem in der Tasche. Um so mehr ärgert ihn, dass er und seine Kollegen nicht als solche behandelt werden, wenn es um die Vermarktung des Wildfleisches geht. Die Europäische Union ermöglicht das und wir hätten dadurch deutliche Erleichterungen, betont er. Wenn aus Brüssel Negatives kommt, fassen wir stets die volle Ladung ab. Könnten wir wie in diesem Punkt mal einen Vorteil haben, gehen die Uhren bei uns in Thüringen plötzlich anders.
Wirtschaft Wildhalter fühlen sich am Fördertopf benachteiligt
Von Birgitt Schunk 16.05.2008 - 00:00 Uhr