Wintersport trotz Corona An Ostern zur Schussfahrt in die Skiarena?

Einen Winterausklang, wie Skifahrer ihn sich wünschen, würde auch die Skiarena gern anbieten Foto: Zitzmann/Carl-Heinz Zitzmanncamera900

Nicht nur der Einzelhandel, auch die Freizeitanlagen hoffen auf Lockerungen in der Woche vor Ostern – so die Skiarena, für die Axel Müller ein Hygienekonzept aufgelegt hat.

Steinach - Ist auf der Schlusskurve des Winters noch was drin für Freiluftsportler? Diese Frage treibt Axel Müller um, den privaten Betreiber von Thüringens größtem alpinen Skigebiet. So hat der Sonneberger für Steinachs Skiarena ein Konzept aufgelegt, wonach er sich gerne einhaken möchte beim vom Landratsamt beantragten Corona-Modellprojekt zur fünftägigen Öffnung des Einzelhandels in der 13. Kalenderwoche. Das Landratsamt, so bestätigt Vizelandrat Jürgen Köpper, unterstütze das Vorhaben – auch im Sinne der anderen beiden Skispaß-Anbieter im Kreis in Ernstthal und in Siegmundsburg. Konkret hatte sich Müller zunächst enttäuscht gezeigt, dass die Kreisbehörde in ihrem Antrag ans Land (siehe nebenstehenden Beitrag) Outdoor-Aktivitäten außen vor gelassen hatte, wobei doch für diese das epidemiologische Risiko für gering erachtet werde. Nach einem Rückruf bei Köpper, so schildert Müller, hatte er diesen rasch an der Seite – und Erfurt nun einen zweiten Antrag auf dem Tisch liegen.

Winterberg macht es vor

Erhofft wird sich eine Erlaubnis – gleichauf dem Einzelhandel – die Skiarena vom 29. März bis 4. April öffnen zu dürfen. Karten gäbe es nur vorab online zu kaufen, wobei das Kontingent auf 490 Besucher am Tag begrenzt wird, knapp die Hälfte dessen, was an Spitzentagen in der Hochsaison möglich ist. Nur der Sessellift soll laufen, weder der Schlepplift auf dem Plateau noch die Auftriebshilfe zwischen Tal und Mittelstation würden angeschaltet. Allein zwischen Bergspitze, Steilhang und Steilhangumfahrung soll demnach Pistenbetrieb möglich sein.

Dass ein solches Angebot funktionieren kann, davon ist Müller überzeugt. Vergangene Woche war er zu Gast im Skigebiet von Winterberg und Winningen, wo seit 9. März unter Ansteckungsschutz-Auflagen die Abfahrten unter die Bretter genommen werden können. Ähnlich wie im Sauerland könnte es in Steinach klappen, meint Müller. Zwar würde sich eine Maskenpflicht in der Warteschlange am Sessellift bzw. während der acht Minuten im Zweier-Sessel hinauf zur Fellbergspitze notwendig machen. Darüber hinaus aber nicht. „Auf der Piste gibt’s da keine Notwendigkeit.“ Sollten Tests vorab des Besuchs vorgeschrieben werden, ließe auch diese Auflage sich erfüllen über die beiden für Nutzer kostenlosen Abstrich-Zentren, die der Kreis in Sonneberg und Neuhaus etabliert hat.

Totalverlust

Nach den ergiebigen Schneefällen des Winters liegt auf jeden Fall noch ausreichend weiße Masse auf dem Fellberg. Dem Totalverlust der Saison 2020/21 – „bis jetzt wären bei den Bedingungen und ohne Corona 110 Öffnungstage nach 77 in der letzten Saison möglich gewesen“ – würden die fünf Betriebstage im Gefolge eines Modellprojekts zwar nichts an Schärfe nehmen, bilanziert der Geschäftsführer. Bereit stünden er und sein Team trotzdem für einen Versuch: „Mir geht es darum überhaupt Mal etwas in eine Richtung zu bewegen, bei der endlich wieder über die Öffnung von Freizeitanlagen gesprochen wird.“

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