Wintersport Italienische Höhenluft bringt ordentlich Schub

Von Thomas Klemm
Die Skilangläuferin Katherine Sauerbrey freut sich über ihren guten Start in die Saison. Foto: imago images/Sven Simon/Poolfoto/SVEN SIMON via www.imago-images.de

Zwei Siege verschaffen der Skilangläuferin Katherine Sauerbrey einen sehr guten Einstand in die Saison. Nun bereitet sie sich auf den nächsten Wettkampf in St. Ulrich vor.

Oberhof - Beim OPA-Alpencup am vergangenen Wochenende im schweizerischen UIrichen-Goms konnte die 24-Jährige zweimal jubeln. Sie siegte sowohl im Einzelrennen über 10 km im klassischen Stil als auch auf der 10-km-Strecke im Freistil. Im Ziel des Klassikrennens hatte die in Oberhof lebende und trainierende Sportsoldatin 37,3 Sekunden Vorsprung vor der vorjährigen U23-Weltmeisterin Lisa Lohmann herausgelaufen, die ebenfalls zur Trainingsgruppe von Cuno Schreyl gehört und auf Rang drei lief. Im Sprint in Goms landete Sauerbrey auf Platz 22.

„Ich habe mich in Goms richtig gut gefühlt. Die Bedingungen waren auch top und die Strecken kannte ich ja von den Wettkämpfen aus den vergangenen Jahren. Dass ich mit einem solch großen Vorsprung den Lauf in der klassischen Technik gewinnen würde, damit hätte ich aber vorher sicher nicht gerechnet. Ich freue mich sehr über die beiden Erfolge. Sie brachten mir auch die Gesamtführung in der COC-Wertung ein“, sagte die für den SC Steinbach-Hallenberg startende Wintersportlerin.

Auch ihr Trainer Cuno Schreyl sei sehr zufrieden mit ihrem Abschneiden gewesen, sagte Katherine Sauerbrey. „Er meinte, dass ich stolz auf meine Leistungen sein könne, und war sehr zufrieden mit mir.“

Im Vorfeld des ersten Skilanglauf-Wettkampfs in dieser Saison für die Sportlerinnen und Sportler aus dem Thüringer Wald war nicht ganz klar, wie die Sache ausgehen würde. Zwei Wochen verbrachten die junge Sportlerin und ihre Teamkollegen im italienischen Livigno, um zu trainieren. „Wir wussten nicht genau, wie sich das Höhentrainingslager auf mein Leistungsvermögen auswirken wird. Aber es scheint ja gut angeschlagen zu haben.“ Deshalb habe sie auch „Davos ausgelassen“.

Gemeinsam mit der Trainingskameradin Cindy Kammler vom Rhöner WSV fuhr Katharine Sauerbrey von Livigno zu einem Qualifizierungslehrgang nach Santa Caterina und vorn dort, nach einem kleinen „Zwischenstopp“ in Oberhof, ins schweizerische Goms. „Nach Santa Caterina sind Cindy und ich gemeinsam mit einem Kleinbus gefahren, den uns glücklicherweise die Firma Oswald gesponsert hat. In meinem kleinen Audi hätten wir die gesamte Ausrüstung sicher nicht transportieren können.“

Das nächste Reiseziel steht auch schon fest. Dann geht es wieder in größerer Gruppe in einem größeren Bus von Oberhof zum Wettkampf nach St. Ulrich in Österreich. Die dortigen Läufe des COC- und Alpencups finden am 18. und 19. Dezember statt. Vielleicht kann sich die Wahl-Oberhoferin selbst ein vorfristiges Weihnachtsgeschenk machen, wenn sie an ihr zuletzt gezeigtes Leistungsvermögen anknüpft. „Damit schaffe ich hoffentlich auch den Sprung in das höherklassige Geschehen mit der Tour des Ski als meinem absoluten Saisonziel“, erklärte die Kadersportlerin selbstbewusst. Vom 28. Dezember 2021 bis zum 4. Januar 2022 wird die Tour de Ski zum 16. Mal ausgetragen. In diesmal nur sechs Etappen geht es dabei von Lenzerheide über Oberstdorf bis ins Val di Fiemme. In St. Ulrich könnte Katherine Sauerbrey die Weichen in Richtung Lenzerheide stellen. Dafür will sie in den kommenden Tagen trainieren, ohne zu überziehen. „Zum Glück kann ich nach den anstrengenden Wochen jetzt erst einmal ein paar Tage zu Hause verbringen“, so die schnelle Skiläuferin. „Meine Trainingskollegen und ich, also Lisa Lohmann, Helen Hoffmann und Jan-Friedrich Doerks, wollen hier in Oberhof im Wettkampfmodus bleiben und trainieren entsprechend. Natürlich wird es so gestaltet, dass wir uns nicht zu sehr verausgaben, sondern unser Leistungsvermögen stabilisieren und eventuell ausbauen können. Wir wollen die Wettkampfpause auch nutzen, um auf unser Körpergefühl zu hören.“ Die Trainingsbedingungen auf dem Höhenzug des Thüringer Waldes seien derzeit „so gut wie lange nicht mehr“.

 

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