Wintersport „Am Montag geht der Flieger“

Die Skilangläuferin Lara Dellit bei den Olympischen Jugend-Winterspielen in Lausanne auf der Streck. Foto: imago images/Golovanov + Kivrin/via www.imago-images.de

Die Skilangläuferin Lara Dellit vom WSV Asbach ist für die Junioren-Weltmeisterschaft in Finnland nominiert.

Oberhof - Vor genau einem Jahr gelang der Oberhofer Sportgymnasiastin ihr bisher größter Erfolg. Bei den Olympischen Jugendspielen in Lausanne (Schweiz) konnte sie sich mit den besten Juniorinnen ihres Metiers im Freistil-Sprint messen und belegte nach einem fulminanten Zielsprint den vierten Platz. Außerdem lief sie mit der Staffel auf Platz sieben und landete auf Rang neun im Cross Freistil. Beim Rennen über 5 Kilometer im klassischen Stil gesellte sich ein 22. Platz dazu. „Die Jugend-Olympiade war ein unvergessliches Erlebnis, an das ich mein ganzes Leben lang denken werde“, schwärmte die Wintersportlerin nach ihrer Heimkehr aus der Schweiz. „Wie wir empfangen worden sind und wie wir in den Wettkämpfen angefeuert wurde, das war schon phänomenal.“

Mit ihrer Kollegin Helen Hoffmann gewann sie wenig später bei den deutschen Meisterschaften im Oberstdorf die Goldmedaille im Teamsprint. Dank dieser Leistungen wurde Lara Dellit für die 15. Junioren-Weltmeisterschaften nominiert, die vom 28. Februar bis 8. März 2020 im Erzgebirge stattfanden. Im Freistil-Sprint belegte die Südthüringerin hier den 29. Platz. Wenig später machte Corona den Wintersportlern, aber auch zahlreichen anderen Sportlerinnen und Sportlern einen dicken Strich durch die Rechnung.

Die vergangene Saison war mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie vorzeitig abgehakt, aber der Start in den Winter 2020/2021 gelang zunächst reibungslos. „Ich konnte im Sommer gut trainieren und bestens vorbereitet in die Saison starten“, erklärte sie. Bei der zentralen Leistungsüberprüfung in Oberhof überzeugte sie mit sehr guten Leistungen. Im Cross und beim Skihallensprint landete Lara ganz vorn. „Das war ein sehr guter Einstieg in die Wettkampfzeit.“

Eine Erkältung warf die junge Langläuferin unlängst etwas zurück. Aber auch beim jüngsten Kräftemessen, dem Qualifizierungswettkampf in Oberstdorf, präsentierte sie sich trotz der gesundheitlichen Einschränkungen in einer soliden Form. Sie konnte zwar nach eigener Aussage „dort nicht mein komplettes Leistungsvermögen abrufen“, überzeugte aber die Trainer und Funktionäre und wurde für die Weltmeisterschaft nominiert.

„Wir werden noch bis Sonntag teils intensiv trainieren, aber auch die nötigen Regenerationsphasen beachten. Am Montag geht dann der Flieger nach Vuokatti“, erzählt die Südthüringerin voller Vorfreude. Mit ihr treten unter anderem ihre Oberhofer Sportkameradinnen Lisa Lohmann und Helen Hoffmann sowie Jan-Friedrich Doerks (SWV Goldlauter) die Reise in den hohen Norden an. „Ich habe mir vorgenommen, in Vuokatti eine Top-20-Platzierung zu erreichen. Vielleicht reicht es sogar für einen Platz unter den besten fünfzehn“, lautet ihre Zielsetzung für diesen Saisonhöhepunkt. „Im Sprint braucht man auch etwas Glück und einen sehr guten Ski. Beim Ski setze ich aber volles Vertrauen in unsere Techniker.“

Mit einem aus der Garde der Techniker teilt sich Lara Dellit übrigens seit einigen Monaten eine Wohnung in Oberhof. „Die eigenen vier Wände haben mehrere Vorteile“, meint sie. „Zum einen ist man sein eigener Herr, kann hier tun und lassen, was man möchte. Und zum anderen ist man gerade in Corona-Zeiten sehr autark und gut aufgehoben.“ Negativ zu sein und es zu bleiben ist für alle Sportlerinnen und Sportler, die an Wettkämpfen teilnehmen wollen, ungemein wichtig. „Bisher haben wir in unserer Trainingsgruppe diesbezüglich großes Glück gehabt“, meint sie.

Neben den sportlichen Zielsetzungen steht für Lara Dellit derzeit auch der schulische Abschluss am Sportgymnasium im Fokus. Mit all seinen Schwierigkeiten, die das Büffeln für die anstehenden Prüfungen von zu Hause mit sich bringen. „Ich versuche, in beiden Bereichen hundert Prozent zu geben“, sagt sie. Nach der Rückkehr von den Weltmeisterschaften will sie sich verstärkt auf das Schulische konzentrieren „und einen guten Abschluss anstreben“. Um ihre berufliche Zukunft abzusichern, hat sich die Wintersportlerin schon bei mehreren staatlichen Behörden beworben, die mittlerweile die Heimat vieler Leistungssportler ist, also beim Zoll und bei der Polizei.

Zunächst einmal blicken aber alle aus Laras Umfeld und sie selbst gespannt auf die kommenden Junioren-Weltmeisterschaften, die vom 8. bis 14. Februar im finnischen Vuokatti (Skilanglauf) sowie in Lahti (Skispringen und Nordische Kombination) austragen werden. Vielleicht gelingt ja der Sportlerin vom WSV Asbach wieder ein solch guter Lauf wie vor einem Jahr in Lausanne.

 
 

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