Wetterkapriolen im Wartburgkreis Rettungseinsatz per Boot und eingestellter Busverkehr

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In Etterwinden, dem nördlichsten Ortsteil der Stadt Bad Salzungen, hatte es in der Nacht zum Sonntag knapp 20 Zentimeter Neuschnee gegeben. Foto: Hannes Knott Foto:  

Wetterkapriolen sorgten am Wochenende für glatte Straßen, Unfälle, bei denen mehrere Menschen verletzt wurden, und einen Rettungseinsatz mit Boot auf dem Hochwasser.

Wartburgkreis - Das Amt für Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises hatte bereits am Samstag die Vorkehrungen hochgefahren, heißt es aus dem Landratsamt. Die Disponenten in der Rettungsleitstelle, die frei hatten, wurden in Rufbereitschaft versetzt, auch die Stützpunktfeuerwehren und das Technische Hilfswerk waren in Alarmbereitschaft. Zudem stand mit Schneeketten ausgerüstete Spezialtechnik bereit. „Die Nacht war aber dann verhältnismäßig ruhig“, informierte Landratsamtssprecherin Sandra Blume am Sonntag. Bis zum Montag seien die Einsatzkräfte jedoch nach wie vor in erhöhter Alarmbereitschaft.

Busverkehr eingestellt

Aufgrund der Wetterverhältnisse hat das Verkehrsunternehmen „Wartburgmobil“ den Busverkehr in der gesamten Wartburgregion eingestellt. Eine sichere Beförderung sei derzeit nicht mehr möglich, hieß es. Ob die Busse am Montag wieder fahren, war Sonntagabend noch unklar.

In Bad Salzungen und seinen mehr als 20 Ortsteilen war der städtische Bauhof am Wochenende in Bereitschaft, um den Winterdienst abzusichern, informierte Beigeordneter Hannes Knott (CDU) auf Nachfrage. „Alle verfügbaren Leute und Technik waren auf den Straßen unterwegs“, sagte er. Am Samstagabend beispielsweise habe die Zufahrt zum Klinikum geräumt werden müssen, weil die Rettungswagen ins Rutschen kamen. „Das war spiegelglatt.“

Im nördlichsten Ortsteil der Stadt Etterwinden, in dem Hannes Knott zu Hause ist, habe es mit knapp 20 Zentimetern Neuschnee am meisten geschneit, berichtete der Vizebürgermeister. „Ich habe drei Stunden Schnee geschippt“, erzählte er lachend.

Rettung durchs Hochwasser

Neben dem Wintereinbruch gibt es an der Werra in Bad Salzungen zudem aktuell Hochwasser. „Dort haben wir am Freitag die Scheitelwelle erreicht, die Pegel fallen und wir liegen jetzt bei rund 1,71 Metern, aber damit weiterhin bei Meldestufe 2.“ Für die kommenden Tage sei wegen der frostigen Temperaturen mit einer weiteren Entspannung zu rechnen, informierte Knott.

Bei einem medizinischen Notfall am Bad Salzunger Mühlberg, musste bereits am Freitagabend gegen 19 Uhr das Rettungsboot (RTB 1) der Stützpunktfeuerwehr eingesetzt werden. Wegen des Hochwassers in diesem Bereich, wurde der Rettungsdienst von den Feuerwehrleuten unterstützt. „Mit dem Rettungsboot gelang ein schonender Patiententransport über die gefluteten Werrawiesen, bis hin zum Rettungswagen am Weinberg“, heißt es im Einsatzbericht der Freiwilligen Feuerwehr Bad Salzungen. Durch das gute Zusammenwirken beider Hilfsorganisationen sei die Rettungsaktion schnell und unkompliziert vonstatten gegangen.

Überschlagen: Fünf Verletzte

Zu einem Unfall, bei dem vier Menschen verletzt wurden, kam es am späten Samstagnachmittag am Ortsausgang von Barchfeld in Richtung Bad Liebenstein. Wie die Polizei am Sonntag berichtete, war ein 51 Jahre alter Mann um 16.20 Uhr mit seinem Renault auf der L1027 aus Richtung Marienthal kommend in Richtung Barchfeld unterwegs. In einer Rechtskurve kam er auf der nassen Fahrbahn ins Schleudern und geriet in den Gegenverkehr. Dort kollidierte er frontal mit einem entgegenkommenden VW.

Durch die Wucht des Aufpralls wurden beide Fahrzeuge in den Straßengraben geschleudert, der VW überschlug sich dabei zusätzlich noch. Die 40 Jahre alte VW-Fahrerin des VW wurde bei dem Unfall schwer verletzt. Der Fahrer des Renault sowie dessen beiden Mitfahrer erlitten leichte Verletzungen. An beiden Autos entstand wirtschaftlicher Totalschaden.

Ebenfalls am Samstag verunglückte ein junger Mann in der Krayenberggemeinde. Er war gegen 13.45 Uhr mit seinem VW auf der B62 zwischen Dorndorf und Merkers in Richtung Bad Salzungen unterwegs. In einer Rechtskurve verlor er nach Polizeiangaben wegen nicht angepasster Geschwindigkeit die Kontrolle über seinen Wagen und kam ins Schleudern. Das Auto landete im Straßengraben, überschlug sich dort zweimal und blieb auf dem Dach liegen. „Der junge Mann verletzte sich dabei nur leicht und konnte sich selbstständig aus dem Pkw befreien“, hieß es am Sonntag im Polizeibericht. Am Auto entstand wirtschaftlicher Totalschaden. Auf der B62 kam es kurzzeitig zu Verkehrsbehinderungen.

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