Winterdienst am Rennsteig Neue Fräse sorgt für freie Straßen

Eine neue Schneefräse ist seit wenigen Wochen in den Ilmenauer Rennsteig-Ortsteilen im Einsatz. Die moderne Technik wird vor allem in Frauenwald und Allzunah eingesetzt.

Frauenwald/Allzunah - Während im Ilmenauer Kernstadtgebiet der Schnee schon fast wieder weggeschmolzen ist, liegt in den Rennsteig-nahen Ortsteilen noch jede Menge der weißen Pracht: Knapp 30 Zentimeter dürften es aktuell noch sein. Das freut einerseits Wintersportler und lädt zum Skifahren und Rodeln ein. Andererseits wird es erfahrungsgemäß eng auf der Straße, wenn der zur Seite geschobene Schnee sich an den Rändern auftürmt. Dafür gibt es im Bereich Frauenwald und Allzunah eine Schneefräse – seit Herbst vergangenen Jahres sogar eine neue, die dieser Tage erstmals zum Einsatz gekommen ist.

Bei der Schneefräse handelt es sich um einen Aufsatz eines süddeutschen Herstellers, der sich auf solche modernen Geräte spezialisiert hat. Die neue Fräse im Wert von rund 36 000 Euro traf im Herbst vergangenen Jahres (nach langer Wartezeit) im Ilmenauer Sport- und Betriebsamt ein und wird im Bauhof Frauenwald stationiert – wo sie erfahrungsgemäß am meisten gebraucht wird. Die Fräse kam bei den Schneefällen seit vergangener Woche erstmals zum Einsatz. Sie wird dort mit dem Traktor betrieben und ist auch kompatibel mit einem ebenfalls noch relativ neuen Traktor im Ilmenauer Bauhof, erklärt der Bauhof-Vorarbeiter Peter Fischer. Zuletzt hatten noch einige Elektronik-Anbauteile zur Steuerung gefehlt, die sind aber nun eingetroffen, angebaut – und alles funktioniert. Die neue Fräse ersetzt eine alte Radwallfräse aus dem Jahr 1972, die wegen eines gerissenen Rahmens nicht mehr eingesetzt werden kann.

In Frauenwald ist der Bauhof-Mitarbeiter Andreas Anschütz der zuständige Fahrer und Nico Schmidt sein Vertreter für das neue Schneefräsen-Gespann. Von den 26 Straßenkilometern auf Ilmenauer Rennsteig-Gemarkung werden bei starken Schneefällen, wie sie in diesen Höhenlagen nicht selten sind, ungefähr ein Drittel mit der Fräse bearbeitet. Zum Beispiel innerorts, wo es auch Omnibus-Begegnungsverkehr gibt, erklärt Andreas Anschütz.

Mit dem Schneeschieber-Schild würde man die Schneemassen vor sich her schieben und am Straßenrand auftürmen, wodurch die ohnehin enge Straße irgendwann nicht nicht mehr breit genug wäre, dass sich zwei Busse begegnen könnten. Dann muss die Schneefräse ran, und zusätzlich ein Lastwagen-Kipper, auf den der Schnee aufgeladen und abtransportiert wird. Bei der Schneeabfuhr hilft die Firma KSM als Subunternehmen.

Einfacher gestaltet sich das an Straßen, an denen nicht links wie rechts bebaute Grundstücke sind. Hier kann die Fräse den Schnee quasi ungehindert aufs Feld schleudern – je nach Einstellung und Schneemenge bis zu 30 Meter weit. Im Ortsteil Allzunah ist das zum Beispiel möglich, auf der Nebenstraße Richtung Stützerbach, die auch Teil des Ilmtalradweges ist. Andreas Anschütz demonstriert das, während er die Straße räumt: Im hohen Bogen fliegt der Schnee über einige Holzstapel hinweg aufs angrenzende Feld.

Natürlich ist es von Vorteil, wenn man als Fahrer der Maschine ortskundig ist und genau weiß, wo ein Zaun oder ein Gullydeckel sich unter dem Schnee versteckt. Dass dennoch mal ein Stückchen Hecke oder ein Straßenbegrenzungspfeiler mit erwischt wird, ist zwar selten, kommt aber vor.

Die Fräse selbst hat ein Eigengewicht von 1,2 Tonnen, erklärt der Kfz-Techniker Thomas Krell vom Ilmenauer Bauhof. Da ist es eigentlich ganz praktisch, dass der Winterdienst-Traktor hinten einen Streusalzbehälter hat, der gefüllt auch eine knappe Tonne wiegt – sonst würde das Gefährt unter Umständen aus dem Gleichgewicht geraten. Anbauen und anschließen lässt sich die Schneefräse an den Traktor übrigens von einem Mitarbeiter allein, wenn sie zuvor entsprechend sorgfältig abgestellt wurde – und wenn man mit dem Traktor vorsichtig und millimetergenau heranfährt.

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