Wintercamping in Oberhof Fankurven-Camper fieberten vorm Fernseher mit

Auch, wenn sie als Biathlon-Fans nicht an die Strecke durften, genießen die Wintercamper die Auszeit auf der Höh’. Seit Jahren parken sie auf den gleichen Stellflächen. Es ist ihre Fankurve. Um die von Schneemassen zu befreien, ist Muskelkraft gefragt.

Oberhof - Die Fankurve ist zugeparkt. Wie immer um diese Jahreszeit. Doch Beschwerden hagelt es deswegen nicht. „Das sind unsere angestammten Plätze, die Tina uns immer freihält“, erzählt Arno Müller. Schon Ende vergangenen Jahres hat er sein Wohnmobil nach Oberhof, auf den Stellplatz von Tina von Nordheim, gelenkt. Seitdem genießen er und seine Frau Mechthild ihren Urlaub auf der Höh’.

Gleich nebenan haben drei weitere Familien ihre Camper geparkt. Allesamt sind sie gute Freunde, die sich in den vergangenen Jahren bei ihren Reisen zum Biathlon-Weltcup nach Oberhof kennengelernt haben. Sie sind gern gesehen in der Fankurve auf dem Caravan-Stellplatz.

Seit 20 Jahren vor Ort

„Wir kommen seit 20 Jahren hierher“, erzählen Mechthild und Arno Müller. Mindestens genauso lange stehen die beiden Saarländer auch als Fans an der Biathlon-Strecke am Grenzadler. „Vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang“, betont Henning Goldammer, der mit Frau Dorit nebenan geparkt hat.

Weil sie aber auch in diesem Jahr nicht in die Arena durften, nahmen die Fankurven-Parker im Gemeinschaftsraum Platz und verfolgten die Rennen am Fernseher – bestens versorgt von Tina von Nordheim, loben sie. Doch auch die Camper schmeißen immer mal wieder den Ofen an, um Leckereien zu zaubern. Mechthild Müller hat im Oberhof-Urlaub bereits Lebkuchen und Käsekuchen gebacken.

Mit Schaufel und Radlader

Mehr Zeit als in der kleinen Campingküche verbringen die Camper in der Natur. „Es ist hier relativ schneesicher und wir haben noch nie unfreundliche Einheimische getroffen“, erzählt Peter Mittelstädt. Beim Wandern grüße jeder, der vorbeikomme. Sogar so manchen Biathleten hätten sie da schon beim Training angetroffen.

Auf ihre Stammgäste kann sich Tina von Nordheim stets verlassen. Auch dann, wenn massenweise Neuschnee gefallen ist. Gern schnappen sich Peter Mittelstädt, Arno Müller und Henning Goldammer die Schneeschaufeln, starten den Radlader und räumen den Platz. „Das ist kein Problem, da helfen wir gern“, sagt Arno Müller.

Wie lang er und seine Frau noch in Oberhof Halt machen, wissen sie nicht genau. „Uns treibt nichts, wir sind Rentner“, schildern sie. Einige Freunde sind bereits abgereist, die anderen machen ihre Fahrzeuge am Montagmorgen startklar für die Heimfahrt. Um sicher über den Rennsteig zu kommen, muss Carmen Mittelstädt allerdings erst einmal aufs Dach des Wohnmobils klettern. „Der Schnee muss runter, das ist Vorschrift “, sagt sie und krabbelt mit einem Besen in der Hand langsam über die rutschige Fläche.

Dass sie nächstes Jahr wieder an der gleichen Stelle stehen werden, steht für die Camping-Freunde schon heute fest. „Die Karten für die Biathlon-WM haben wir schon gekauft“, sagt Henning Goldammer. at

Autor

 

Bilder