Warum wird ein Windrad in dieser Höhe gebaut?
In größeren Höhen herrschen in der Regel stärkere und gleichmäßigere Windverhältnisse. Dadurch könne der riesige Windturm bei gleichem Rotordurchmesser etwa den doppelten Energieertrag einer konventionellen Windenergieanlage erzielen, so Gicon.
Es ist von einer konstanteren Einspeisung die Rede. Erneuerbare Energie soll so auch an Standorten mit geringem Windaufkommen besser erzeugt werden können.
Der Höhenwindturm soll einmal Strom für bis zu 7.500 Haushalte produzieren können. Die Pilotanlage wird dem Unternehmen zufolge mit einer Nennleistung von 3,8 Megawatt in Betrieb genommen. Zukünftige Anlagen sollen laut Unternehmen mehr als 7 Megawatt erreichen.
Zudem könnten Höhenwindtürme künftig innerhalb bereits bestehender Windparks errichtet werden und so zusätzliche Energie liefern, ohne neue Flächen außerhalb dieser Parks in Anspruch zu nehmen, hieß es.
Meilenstein für die Zukunft der Windparks?
Das Projekt in Südbrandenburg bezeichnet der Windenergie-Verband zunächst vor allem als Machbarkeitsdemonstration: Der Gittermastturm sei kein Serienprodukt. "Entscheidend wird deshalb sein, welche Betriebsdaten die Anlage liefert und ob sie die in den Windgutachten prognostizierten Erträge tatsächlich erreicht", so der Verband.
Gicon plant jedoch, Anfang der 2030er-Jahre mit der Serienfertigung zu beginnen. Allein in Deutschland bestehe derzeit das Potenzial, bis zu 4.000 Höhenwindtürme in bereits bestehenden Windparks als sogenannte "zweite Etage" nachzurüsten, so der Entwickler.
Gemeinsam mit der Bundesagentur für Sprunginnovationen werde ein Konzept für die zukünftige Vermarktung der Technologie erarbeitet. "Hierzu stehen wir bereits in engem Austausch mit mehreren potenziellen Partnern und Interessenten aus der Windenergiebranche."