Wilhelmsburg Ein Chorschatz in der Schlosskirche

Annett Recknagel
Die sieben Herren vom Vokalensemble Sängerkranz aus Laucha. Foto: Recknagel/Annett Recknagel

Das Vokalensemble des Lauchaer Männerchores gastierte in der Reihe „Thüringer Chorschätze 2022“ in der Schmalkalder Schlosskirche. Das Publikum war begeistert.

„Irgendwo auf der Welt gibt’s ein kleines bisschen Glück“. Die Schlosskirche war am Freitagabend dieser Ort. Eine glückliche Stunde das Ergebnis. Leider waren nur wenige gekommen. Aber diejenigen, die den Weg hinauf auf den Schlossberg geschafft hatte, wollten gar nicht wieder gehen. Das lag nicht an den „Comedian Harmonists“ – die gibt es längst nicht mehr. Aber ihre Lieder schon.

Die sieben Herren aus Laucha verstanden sich im Vortrag. Stimmlich, mimisch, repräsentativ. Das war so wohltuend und verlangte nach mehr. Die Zuhörer erlebten keinen schnöden Männergesang. Der gestaltete sich vielmehr zum Hörerlebnis. War gut für die Seele in diesen Zeiten. Eben ein „Thüringer Chorschatz 2022“.

Die Sieben nennen sich Vokalensemble Sängerkranz Laucha. Es gibt sie seit 1885. In der Schlosskirche zeigten sie, was so alles in einem Männerchor stecken kann. Stimmlich natürlich. Dabei strotzten sie nur so vor Selbstbewusstsein. Denn: „Männer mag man eben“. Das war der Titel des Programms. Und der war bezeichnend. Wobei es zunächst ein russisches Heimatlied gab, danach besagen die Sieben die digitale Welt, um anschließend „Mann, oh Mann, oh Mann“ anzustimmen. Das Lied war einfach nur köstlich. „Wir sind der Nabel der Welt, genial und überlegen, ja, wir sind herrlich“. Oh Mann, oh Mann. Aber es, funktionierte. Die Herren zauberten den Gästen ein Lächeln in die Gesichter. „Wir sind vollkommen – ja, wir sind Männer.“ Spätestens jetzt wurde laut gelacht und applaudiert. Völlig untypisch für einen Männerchor stimmte die Gruppe auch noch ein bekanntes Trinklied an, besang den spanischen Mann als Torero und landete noch einmal bei den Comedian Harmonists mit „Ein Freund, ein guter Freund“, um mit „Ännchen von Tharau“ zum Thema Liebe zu wechseln. Und plötzlich ein Zeitsprung ins Jahr 1984 zu den Flying Pickets – „Only you“. Man bekam unwillkürlich gute Laune trotz des regnerischen Wetters. Das Beste kam zum Schluss – „Yesterday“ von den Beatles, „Die Rose“ von Bette Midler und Leonard Cohens „Halleluja“ – Songs zum Träumen und zum Entspannen. Kein Wunder, das danach niemand so recht Lust hatte, nach Hause zu gehen. Vier Zugaben mussten her, erst dann erhoben sich die Gäste von den Stühlen. Schade nur, dass sich nicht mehr Besucher in der Schlosskirche eingefunden hatten. Verpasst haben sie eine wunderbar klangvolle Stunde.

 

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