„Wildente“ in Meiningen Top-Schauspiel als gute Tat zu Himmelfahrt

Exzellentes Schauspiel zum Schnäppchenpreis – und für einen guten Zweck. Wer das will, geht an Himmelfahrt ins Meininger Theater. Es lockt „die Wildente“.

„Die Wildente“ in Meiningen: Vivian Frey und Anja Lenßen als Ehepaar Ekdal und Mia Antonia Dressler als deren Tochter Hedwig Foto: Christina Iberl

Es ist die große Besonderheit, wenn ein Theater ein Stück schon vor der Premiere dem Publikum gezeigt wird. Und so steht auch jedes Mal ein außergewöhnliches Ereignis an, wenn das Meininger Theater seine traditionelle Benefiz-Voraufführung zugunsten des Hilfswerks dieser Zeitung ins Programm nimmt. Dieses Jahr ist es am Himmelfahrtstag so weit, und geboten wird ein spannendes Drama mit exzellenten Schaupielern und einem bundesweit renommierten Regisseur.

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„Der gute Zweck heiligt diese Ausnahme und so sind Sie am 14. Mai um 19.30 Uhr herzlich zur Voraufführung von ,Die Wildente’ von Henrik Ibsen eingeladen“, schreibt das Theater selber zu seiner selbstlosen Aktion. Diese hat in den vergangenen Jahren nicht nur vielen Südthüringern günstige Theaterbesuche ermöglicht, sondern auch viel Geld in die Kasse von „Freies Wort hilft“ gespült.

Vivian Frey begeistert mit Rollen in „Rote Rosen“ und „Urfaust“

Das gemeinnützige Hilfswerk der Südthüringer Tageszeitungen unterstützt Menschen, die unverschuldet in Not geraten sind. Ziel ist es, den Betroffenen mit den Spenden einen möglichst nachhaltigen Weg aus ihrer Notlage zu ebnen oder deren Folgen erträglicher zu machen.

Gunnar Blume als Gregers Werle und Mia Antonia Dressler als Hedwig Foto: Christina Iberl

Am Donnerstag also ist „Die Wildente“ in der Inszenierung von Andreas Kriegenburg zum Sonderpreis im Großen Haus zu sehen.Es gibt noch Restkarten für zehn Euro, der Erlös fließt vollständig in die Projekte des Hilfswerks.

In dem Psycho-Drama aus dem Jahr 1885 geht es um das aus den Fugen geratene Leben einer Unternehmerfamilie. Wann kippt das Streben nach Wahrheit ins Zerstörerische, wie viel Selbstbetrug darf man sich zumuten? Solchen Fragen geht Ibsen eindrucksvoll nach – und in Meiningen kann man sich auf besonders intensive zweieinhalb Stunden freuen.

Auf der Bühne stehen unter anderem Michael Jeske sowie Vivian Frey. Mit seiner Rolle in der TV-Serie „Rote Rosen“ sowie eindrücklichen Meininger Darstellungen wie im jüngsten „Urfaust“, im „Sommernachtstraum“ oder in der „Weihnachtsgeschichte“ hat sich Frey in die Herzen vieler Theatergänger und Schauspielfans gespielt.

Star-Regisseur Andreas Kriegenburg bringt die „Wildente“ auf die Meininger Bühne. Foto: Michael Reichel

Und dann Andreas Kriegenburg: Der 62-Jährige gehört zu den renommiertesten Schauspiel- und Opernregisseuren im deutschsprachigen Raum. Er war Hausregisseur unter anderem an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz sowie am Deutschen Theater in Berlin und am Thalia-Theater Hamburg.Seine Inszenierungen sorgen oft für deutschlandweiten Gesprächsstoff. In Meiningen kennt man etwa von seinem „Hamlet“ aus dem Jahr 2023. Kriegenburgs „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ wurde als „Inszenierung des Jahres“ vom Förderverein des Staatstheaters Meiningen ausgezeichnet.

Aber warum Ibsen in Meiningen? Theaterherzog Georg II. hatte eine besondere Affinität zu demm norwegischen Dichter. „Die Gespenster“ wurden einst in Meiningen erstaufgeführt, umso erstaunlicher, dass „Die Wildente“, das vielleicht bekannteste Werk dieses Dichters, bis heute erst zwei Mal auf dem hiesigen Spielplan stand. Erfolgsregisseur Andreas Kriegenburg bringt sie zur Jubiläumsspielzeit wieder auf die Bühne.

Karten an der Abendkasse.