Wider das Kneipensterben Neue Kaffeehauskultur am Wasserfall

Michale Lauerwald

Die gastronomische Landschaft der Bergstadt wird durch eine neue Einrichtung bereichert, eine Versorgungslücke gefüllt. Im „Café Wintersport“, einem kommunalen Kaffeehaus, werden jetzt Gäste bewirtet. Zumindest bis Ferienende ist täglich geöffnet.

Brotterode-Trusetal - Stürmisch war die feierliche Eröffnung des renovierten und neu möblierten Lokals am Trusetaler Wasserfall. Allerdings war hier nicht eine große Party der Auslöser für wackelnde Bäume, sondern Sturmtief „Ignatz“, das über Deutschland hinweg zog und auch den Freistaat etwas in Mitleidenschaft zog.

So war auch eine eher übersichtliche Zahl an Gästen erschienen, um der Eröffnung der neuen gastronomischen Einrichtung, direkt am Wasserfall gelegen, beizuwohnen. Neben dem Bürgermeister der Stadt Brotterode-Trusetal, Kay Goßmann, waren unter anderem Landrätin Peggy Greiser, Schmalkaldens Bürgermeister Thomas Kaminski, der Museumsdirektor, von Schloss Wilhelmsburg, Kai Lehmann, sowie Projektant Roland Heim aus Schmalkalden gekommen. Um 13 Uhr war es dann soweit. Landrätin Greiser, Bürgermeister Goßmann und die Geschäftsführerin der städtischen Tourismus GmbH Peggy Lange kappten das Band an der Eingangstür.

Die Kaffeehauskultur ist neu, das Gebäude selbst ist es nicht. Es ist in früheren Jahren durch Wirtsleute geführt wurden; die Gemeinde Trusetal und später die Stadt Brotterode-Trusetal hatten es verpachtet. Doch zuletzt war es schwierig gewesen, überhaupt noch einen Betreiber für das Saisongeschäft zu finden. Die Einrichtung stand leer und es gab eine Versorgungslücke, die gerade in den Sommermonaten für Tristesse und viel Ärger sorgte.

Der Wasserfall wird immerhin von Zehntausenden Gäste besucht. Bürgermeister Goßmann störte sich massiv an der „Mangelwirtschaft“ - im doppelte Sinne. Dem Stadtoberhaupt schwebte nicht einfach nur eine Neueröffnung vor, sondern auch eine Neueinrichtung und Neuorientierung.

Nach zwei Jahren Renovierung ist nun das ehemalige „Wasserfallcafé“ kaum noch wiederzuerkennen. Die Inneneinrichtung hat sich erheblich verändert, das Haus ist sehr viel einladender geworden.

Es erstrahlt nun als Themencafé mit Bezug zum allgegenwärtigen Wintersport in Brotterode-Trusetal in neuem Glanze. Einrichtung und Dekoration nehmen direkt Bezug auf die lange Tradition von Skispringen, Langlauf und Biathlon in Brotterode Trusetal und der Region. Fotos und kleine Requisiten geben einen kleinen Einblick auf eine lange Wintersporttradition in unserer Region. Kamen nicht umsonst viele Olympiasieger und Weltmeister von hier.

Das Café ist bis zum Ende der Herbstferien in Thüringen täglich von 11 bis 16 Uhr geöffnet. So lange wird auch der Wasserfall laufen, der dann während der Frostperiode abgestellt wird.

Auch das Trusetaler Besucherbergwerk Hühn, ebenfalls von der GmbH betrieben, schließt im November seine Pforten. Nach den Ferien wird sich die Café-Öffnung in der Wintersaison voraussichtlich auf das Wochenende beschränken. Betrieben wird das gastliche Haus von der Tourismus GmbH Brotterode-Trusetal in Eigenregie.

Der Besuch ließ nicht lange auf sich warten. Die Vertreter des öffentlichen Lebens hatten gerade das Feld geräumt, als die ersten Gäste einkehrten.

 

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