Und welche Wetterlagen lösen gesundheitliche Beschwerden aus?
Besonders bei stürmischem Wetter und wenn es kälter wird, klagen viele Menschen über Beschwerden. Eine höhere Luftfeuchtigkeit ist schlecht bei Gelenkproblemen. Nähert sich eine Warm- oder Kaltfront, haben Menschen häufiger Kopfschmerzen. Bei einer stabilen Hochdrucklage haben die wenigsten Menschen Probleme mit der Gesundheit. Das hat die Umfrage des DWD ergeben. Weil sich bei einem Wetterumschwung viele verschiedene Wettervariablen wie Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchte gleichzeitig ändern, sind die genauen Ursachen schwer zu erforschen.
Was hat es mit dem Biowetter auf sich?
Die sogenannte Biowetterkarte zeigt, in welchen Regionen Deutschlands mit Wärme- oder Kältereizen zu rechnen ist oder wo Schwüle droht. Um eine solche Karte zu erstellen, greifen die Meteorologen auf verschiedenste Mess- und Beobachtungsdaten zurück. Anhand des sogenannten Klima-Michels, einem fiktiven Durchschnittsmenschen des DWD, der das Wärmeempfinden des Menschen wiedergeben soll, werden aus den Werten dann gesundheitlich relevante Wetterverhältnisse wie Kältereize oder Wärmestress erstellt. Die Medizinische Klimatologin Angela Schuh hält die Aussagekraft des Biowetters aber für begrenzt.
Muss man Wetterfühligkeit einfach so hinnehmen, oder kann man etwas dagegen tun?
Egal, ob es eiskalt ist, wie aus Kübeln schüttet oder eine Hitzewelle droht: Statt sich vor dem Wetter zu verkriechen, lieber rausgehen. „Regelmäßige Bewegung im Freien ist die beste Empfehlung“, sagt Wissenschaftlerin Angela Schuh. Denn dabei bekommt der Körper Gelegenheit, die Anpassung an veränderte Wetterlagen zu trainieren. Auch kann man Wetterwechsel simulieren: durch Wechselduschen, Kneipp-Anwendungen oder Saunagänge. Wer dann noch genug schläft sowie gesund und regelmäßig isst, dem sollte ein Wetterumschwung künftig deutlich seltener zu Kopf steigen. Bei wetterempfindlichen Menschen, die aufgrund einer Vorerkrankung auf Wetterumschwünge reagieren, ist die Situation schwieriger. „Hier kann es hilfreich sein, die Biowettervorhersage zu beachten und seine Aktivitäten entsprechend zu planen“, sagt Umweltmeteorologe Andreas Matzarakis.