West-Konkurrenz abgehängt Simson fährt schneller als alle anderen

Schwalben bei einer Ausfahrt (Symbolbild). Foto: imago

Die Mopeds aus den Suhler Simsonwerken sind auch mehr als 30 Jahre nach der Wiedervereinigung heiß begehrt. In Römhild ist eine Schwalbe geklaut worden. Warum fahren viele junge Menschen auf die Oldtimer-Zweiräder so ab?

Römhild - Ein unbekannter Täter hat in der Zeit von Sonntagnachmittag bis Montagmorgen die Simson-Schwalbe von einem Grundstück in der Mühlenstraße in Römhild gestohlen, wie es im Polizeibericht vom Dienstag heißt. Der Schaden wird mit 1500 Euro angegeben. Zeugen, die Hinweise zum Dieb oder zum Verbleib des blauen Kleinkraftrades geben können, sollen sich unter Telefon (03685)7780 bei der Polizeiinspektion Hildburghausen melden.

Mit DDR-Mopeds ist man auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung schneller unterwegs. Der Einigungsvertrag macht es möglich: Simsons dürfen mit 60 Stundenkilometern durch die Straßen düsen, obwohl die Höchstgeschwindigkeit bei modernen Kleinkrafträdern bis zu 50 Kubikzentimeter Hubraum 45 Stundenkilometer beträgt. Das wurde für alle Kleinkrafträder der DDR, die vor dem 28. Februar 1992 erstmals in den Verkehr gekommen sind, so verankert, um sie den bundesdeutschen Kleinkrafträdern gleichzustellen. Man glaubte damals, dass die Maschinen in ein paar Jahren verschrottet werden – und hat sich getäuscht. Wer eine alte Rahmennummer hat, kann drumherum mit Ersatzteilen ein brandneues Moped bauen, das allen anderen davonfährt. Das könnte selbst in 100 Jahren noch so sein.

Noch ein Vorteil für die jüngeren Fahrer: Es wird nur der Führerschein AM benötigt, der bereits auch mit 16 Jahren erworben werden kann.

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