Wer kennt sich schon aus mit Rubeln aus Weißrussland (Belarus)? Auf den ersten Blick schien das Währungsgeschäft am Straßenrand zwischen Leimrieth und Hildburghausen verlockend, im Nachhinein war es doch nur billiger Betrug.
Der Devisenhandel ist ein riskantes Geschäft. Beim Tausch am Straßenrand ist ein Mann in Hildburghausen übers Ohr gehauen worden. Eine vierstellige Summe ist futsch. Was die Polizei ermitteln konnte.
Wer kennt sich schon aus mit Rubeln aus Weißrussland (Belarus)? Auf den ersten Blick schien das Währungsgeschäft am Straßenrand zwischen Leimrieth und Hildburghausen verlockend, im Nachhinein war es doch nur billiger Betrug.
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Ein 18-Jähriger Autofahrer wurde am Freitagabend von einem unbekannten ausländischen Mann angehalten, der an einem silbernen Audi am Straßenrand stand. Der unbekannte Mann spielte laut Polizeibericht eine Notsituation vor und fragte den 18-Jährigen, ob er ihm 7000 belarussische Rubel in Euro umtauschen könne. Es handelte sich um 14 Exemplare von 500-Rubel-Scheinen.
„Ein solcher Tausch erschien dem jungen Mann im ersten Moment mit Blick auf den Wechselkurs verlockend, weshalb er 1.290 Euro von der Bank abhob und dem Unbekannten übergab“, heißt es im Polizeibericht. Laut Währungsrechner sind 700 Rubel gerade 2100 Euro wert. Erst auf den zweiten Blick wurde deutlich, dass das belarussische Geld nach einer Währungsreform entwertet wurde und einen deutlich niedrigeren Gegenwert hat – vermutlich nur noch Sammlerwert.
Die Polizei warnt vor derartigen Betrugsmaschen, welche sich meist an abgelegenen Orten oder Landstraßen ereignen. Die sucht die Polizei Zeugen, die sich unter der Telefonnummer (03685)7780 melden sollen.
Die Masche scheint verbreitet zu sein. Schon am Samstagabend war ein 21-Jähriger auf der Landstraße von Ilmenau nach Manebach unterwegs. In Höhe des Campingplatzes bemerkte er einen Wagen mit ausländischen Kennzeichen und eingeschalteter Warnblinkanlage. Der unbekannte ausländische Autofahrer bat dem jungen Mann unter Vorspiegelung einer Notsituation um den Tausch von belarussischen Rubeln in Euro. Der junge Mann lehnte den "schlechten Tausch" allerdings ab und erlitt damit keinen Schaden.
Nach dem Zusammenbruch des sowjetischen Währungssystems 1991 behielt Belarus zunächst den (vormals sowjetischen) Rubel als Währung bei. Zwar existierten Überlegungen zur Einführung einer nationalen Währungseinheit mit der Bezeichnung „Taler“, diese wurden jedoch nicht umgesetzt.
Die Regierung bereitete in den folgenden Jahren die Einführung einer eigenständigen Währung vor, obwohl Belarus 1993 gemeinsam mit mehreren anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion ein Abkommen über die Schaffung einer gemeinsamen Währungszone unterzeichnete. Zeitweise wurde auch ein Anschluss an das russische Währungssystem erwogen.
Mit der Übernahme der Kontrolle über die zuvor unabhängige Nationalbank durch die Regierung von Präsident Aljaksandr Lukaschenka im Jahr 1996 verlor die Zentralbank ihre eigenständige geldpolitische Rolle. Die Wirtschaft war in dieser Zeit von einer Rezession, einem wachsenden Schwarzmarkt und staatlichen Eingriffen in den Devisenhandel geprägt.
Zwischen 1996 und 2000 vervielfachte sich die Verschuldung des Staates gegenüber dem Bankensektor. Im Zuge der Inflation brachte die Nationalbank im September 1999 eine Banknote im Wert von fünf Millionen Rubel in Umlauf. Der belarussische Rubel spielte zu diesem Zeitpunkt im internationalen Zahlungsverkehr kaum noch eine Rolle.
Im Jahr 2000 führte Belarus eine Währungsreform durch. Dabei wurden drei Nullen gestrichen; 1000 alte Rubel entsprachen fortan einem neuen Rubel (BYR). Gleichzeitig passte die Nationalbank den offiziellen Wechselkurs an das Niveau des Schattenmarktes an und lockerte den Devisenhandel.
Ende 2010 geriet Belarus in eine schwere Devisenkrise. Befürchtungen über die Zahlungsfähigkeit des Staates lösten eine verstärkte Nachfrage nach Fremdwährungen aus. Die Bevölkerung tauschte Ersparnisse in Dollar und Euro um, während die Devisenreserven des Landes unter Druck gerieten. Versuche der Regierung, den Kapitalabfluss durch Beschränkungen einzudämmen, konnten die Entwicklung nicht stoppen.
Die Währungskrise führte zu einer hohen Inflation und einer weiteren Schwächung der Kaufkraft. 2012 gab die Nationalbank erstmals einen Geldschein über 200.000 Rubel aus. Bis Ende 2015 hatte sich dessen Gegenwert gegenüber dem Euro nahezu halbiert.
Als Reaktion auf die langjährige Inflation wurde am 1. Juli 2016 eine weitere Währungsreform umgesetzt. Dabei wurden vier Nullen gestrichen; 10.000 alte Rubel (BYR) wurden in einen neuen Rubel (BYN) umgetauscht. Neue Banknoten und erstmals seit der Unabhängigkeit auch Münzen gelangten in Umlauf.
Die für die Reform vorgesehenen Geldscheine waren bereits 2008 gedruckt worden, ihre Einführung wurde jedoch infolge der damaligen Wirtschaftskrise verschoben. Während einer Übergangsphase bis Ende 2016 zirkulierten alte und neue Zahlungsmittel parallel. Seit dem 1. Januar 2017 waren die alten Banknoten nur noch über Banken umtauschbar, später ausschließlich bei der Nationalbank.
Damit markierte die Reform von 2016 den vorläufigen Abschluss einer Reihe von Währungsanpassungen, die auf wiederkehrende Inflations- und Stabilitätsprobleme seit dem Ende der Sowjetunion zurückzuführen waren.