Das Hochwasser ist im Anmarsch. Im Keller einiger Anwohner am Weinberg steht bereits wieder Wasser. Und auf der großen Werrawiese vor dem kleinen Wohngebiet hat sich bereits eine große Wasserfläche gebildet. Das Wasser stammt aber nicht aus der überlaufenden Werra, sondern fließt von einem Graben zurück auf die Wiese. Anwohner Reinhard Blank hat den Bürgermeister auf die kuriose Situation aufmerksam gemacht. Wasser, das rückwärts fließt, das konnte Bürgermeister Klaus Bohl (Freie Wähler) erst gar nicht glauben. Reinhard Blank führte ihn am Dienstag zu der Stelle, wo der Entwässerungsgraben der Werrawiese durch einen Kanal unter der Landesstraße hindurch weiter zur Werra geführt wird. Dort, wo das Wasser in das Rohr laufen sollte, fließt es aber heraus und ergießt sich auf der Werrawiese. Deshalb ist bereits jetzt, wo das Hochwasser noch gar nicht angekommen ist, ein großer Teil der Wiese bereits überschwemmt. Die Strömung ist deutlich zu erkennen. Bürgermeister Klaus Bohl und Reinhardt Wallstein vom städtischen Tiefbauamt sind erstaunt. „Das ist eine neue Erkenntnis, die mich wirklich überrascht“, sagte Bohl und versprach, der Sache auf den Grund gehen und sich Gedanken machen zu wollen. Ob man hier Abhilfe schaffen kann, konnte Klaus Bohl den Anwohnern Reinhard Blank und Sandra Kachel vor Ort nicht versprechen. Sowohl die Werra als auch die Straße mit dem Kanal gehören dem Land. „Wir lassen den Kanal aber regelmäßig spülen“, erklärt Reinhard Wallstein.