Es ist wohlfeil, als Laie einem Konzern Ratschläge zu erteilen, wie er sich im Sinne der Allgemeinheit zu verhalten habe. Auf dem Weltmarkt für Kali, Spezialsalze und Dünger steht K+S im knallharten Wettbewerb, und wie alle Bergbaufirmen müssen die Kalileute sehr langfristig agieren, um angesichts schwer vorhersehbarer Nachfrage- und Preis-Entwicklungen den milliardenschweren Kreislauf von Investitionen, Kosten und Erlösen in der überlebenswichtigen Balance zu halten – und damit auch Tausende Arbeitsplätze an der Werra zu sichern. Logisch, dass die Konzernchefs in Kassel jedes Schlupfloch nutzen, um die sehr hohen und sehr langfristigen Kosten der Abwässer-Entsorgung zu drücken. Dennoch sollte sich das Mitleid in Grenzen halten, würde die die allerbilligste Methode, das Versalzen von Werra und Weser, tatsächlich gegen den Willen von K+S gestoppt.