Wenig Teststellen Verdruss statt Musikgenuss

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Im Raum Meiningen gibt es nur noch eine Teststelle: in der Berg-Apotheke Dreißigacker. Foto: dpa/Kira Hofmann

In Meiningen ist die Möglichkeit, sich auf eine Corona-Infektion testen zu lassen, inzwischen sehr begrenzt. Probleme bleiben da nicht aus. Eine Rentnerin muss jetzt auf den Besuch im Meininger Theater verzichten.

Meiningen - In Meiningen ist die Möglichkeit, sich auf eine Corona-Infektion testen zu lassen, inzwischen sehr begrenzt. Probleme bleiben da nicht aus.

Die Rentnerin Regina Buchholz ist verärgert. Die 67-jährige Suhlerin, die zweimal in der Woche in Meiningen weilt, wollte eigentlich zusammen mit ihrer Freundin aus Mehmels am Samstag die Premiere „Der fliegende Holländer“ am Meininger Theater erleben. Doch statt Musikgenuss bleibt ihr nur großer Verdruss. Aus dem Kulturerlebnis wird nichts. Der Grund: Sie hat in Meiningen keinen Termin für einen Corona-Schnelltest bekommen, ohne den sie nicht in die Vorstellung gelassen wird. Es gilt die 3G-Regel. Besucher müssen geimpft, genesen oder aber negativ getestet sein.

Regina Buchholz kann sich, wie sie berichtet, aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen. Ein Arzt habe das per Attest bestätigt. Also blieb nur der Corona-Schnelltest kurz vor der Premiere. Denn der ist nur 24 Stunden gültig. Dass der kleine und inzwischen kostenpflichtige Mund-Nasen-Abstrich ein so schweres Unterfangen darstellt, hätte sie nicht für möglich gehalten. Doch in Meiningen gibt es kaum noch Testmöglichkeiten. Dies sei ihr völlig unverständlich, wenn doch zugleich die Inzidenzwerte so hoch seien, sagt die Rentnerin.

Das Testzentrum in der Anton-Ulrich-Straße ist schon vor längerer Zeit geschlossen worden. Das Meininger Klinikum bietet keine Tests mehr an. Nur in der Bergapotheke in Dreißigacker kann man sich einen Abstrich abnehmen lassen. Allerdings habe es dort leider keinen freien Termin mehr gegeben. Regina Buchholz rief ratsuchend im Gesundheitsamt an. „Dort hat man mir gesagt, mich in Schmalkalden oder Zella-Mehlis testen zu lassen.“ In Schmalkalden ist das Testangebot tatsächlich deutlich besser. Doch der Weg dorthin ist ihr und ihrer Freundin aus Mehmels zu beschwerlich. „Da sind wir mit dem Bus ja mehrere Stunden unterwegs. Die Busverbindungen in Mehmels sind schlecht.“

Beide müssen jetzt auf den Theaterbesuch verzichten. Regina Buchholz ist enttäuscht und zornig zugleich: „Für Menschen, die sich nicht impfen lassen können, muss doch die Chance bleiben, am sozialen und kulturellen Leben teilzunehmen.“ Und auch für Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, müsse dies weiter möglich sein. hi

 

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