Die Australian Koala Foundation schätzt die Zahl wildlebender Exemplare auf maximal 63.600, möglicherweise liege sie aber auch viel niedriger, heißt es auf der Webseite. Die Experten fordern, Koalas in manchen Gebieten bereits als "vom Aussterben bedroht" einzustufen. "Es gibt derzeit nirgendwo im Land eine Gesetzgebung, die Koalas und ihren Lebensraum in Australien schützen kann", heißt es.
Verheerende Krankheit: Chlamydien
Verheerend ist zudem eine Krankheit, die bei Menschen meist symptomfrei verläuft, für Koalas aber tödlich sein kann: Chlamydien. Die Bakterien können Augen und Harnwege befallen, zur Erblindung führen und Weibchen unfruchtbar machen. In freier Natur gehört die Infektion zu den größten Bedrohungen - die Koalas in Lone Pine sind hingegen Chlamydien-frei. Sie können aber dennoch helfen, Lösungen für ihre wilden Artgenossen zu finden.
Seit rund 25 Jahren arbeitet das Zentrum mit Universitäten an einem Impfstoff. In Lone Pine wurden dafür verschiedene Vakzine getestet und weiterentwickelt. Mittlerweile laufen erste Schutz- und Impfprogramme für wilde Koalas. Für Tzipori ist das genau die Rolle, die Zoos heute spielen können: nicht nur Tiere zu zeigen, sondern dabei zu helfen, ihre Verwandten draußen zu schützen.
Koala-Kuscheln verboten
Auch im ältesten Koala-Sanctuary hat sich derweil in den letzten Jahren etwas verändert. So dürfen Besucher Koalas seit 2024 nicht mehr im Arm halten. Sie können aber einen "Koala Moment" mit einem Pfleger buchen, dabei Fragen stellen und ein Exemplar aus nächster Nähe beobachten. Wichtig: Wenn ein Tier zeigt, dass es genug hat, wird die Begegnung beendet.
"Wir wollen Wissen vermitteln und Wertschätzung für die Tiere fördern - und nicht einfach nur einen Instagram-Moment bieten", sagt Tzipori. Vielleicht ist das die wichtigste Lektion: Koalas sind zwar sehr süß, aber sie sind keine Kuscheltiere. Sie brauchen auch in Zukunft Schutz - und Eukalyptuswälder, in denen sie ungestört leben können.