"Das war die schlechteste Leistung der USA, aber sie haben niemanden enttäuscht. Es war wie ein Reality-Check heute", sagte Fußball-Kultfigur Zlatan Ibrahimovic bei Fox. Der Schwede hatte vor zweieinhalb Wochen noch behauptet, das Team von Mauricio Pochettino habe das Zeug zum Weltmeister. Vor 66.925 Fans in Seattle bekamen die USA aufgezeigt, wie weit sie tatsächlich von der Weltspitze entfernt sind.
Zwei Tore von "König Charles"
Ein Freistoßtor von Malik Tillman (31. Minute) war viel zu wenig, denn Belgien zeigte seine beste Leistung im Turnier. Nach zwei Toren von Charles De Ketelaere (9./33.) sowie Treffern von Vanaken (57.) und Romelu Lukaku (90.+3) wartet nun im Viertelfinale am Freitag (21.00 Uhr/MESZ) in Inglewood bei Los Angeles Europameister Spanien auf die Belgier. De Ketelaere hatte in den bisherigen WM-Spielen durchweg enttäuscht und wurde aus dem Nichts zu "König Charles".
Gemessen daran, wie viel auf Balogun innerhalb kurzer Zeit eingeprasselt war, wirkte der Stürmer von AS Monaco erstaunlich reflektiert und besonnen. "Heute haben wir den Fans nicht viel gegeben, über das sie hätten jubeln können. Das ist das Enttäuschende, dass wir vier Jahre warten müssen", sagte Balogun. 2030 steigt die WM in Spanien, Portugal und Marokko. Dazu sind drei Eröffnungsspiele in Argentinien, Paraguay und Uruguay geplant.
Balogun selbst hatte immerhin den Freistoß zum 1:1 herausgeholt, kurz vor der Halbzeit aber eine riesige Chance zum 2:2 vergeben. Kurz vor dem Schlusspfiff wurde er ausgewechselt, die Partie war da längst entschieden. Und die US-Fans, die wochenlang in ihrer Begeisterung für "Soccer" aufgingen, verließen zügig die Arena. Die meisten wirkten nicht traurig oder geknickt. Eher so, als ob man die unterhaltsamen WM-Wochen recht schnell abhaken könne.
Belgien spottet: "Macht das mal rückgängig"
Belgien hingegen darf nach einer reifen Leistung weiter auf den ganz großen Wurf hoffen, nachdem die WM beim 3:2 nach 0:2-Rückstand im Sechzehntelfinale gegen Senegal eine Runde zuvor quasi beendet schien. "Ich möchte den USA zu einer guten WM gratulieren, sie waren gut, unabhängig von diesem letzten Spiel", sagte Trainer Garcia ohne jeden Anflug von Genugtuung.
Die kleinen Spitzen an einem besonderen Fußball-Tag setzten andere. Die Profis um Torschütze Lukaku, die nach dem 4:1 in der Nachspielzeit einen Tanz aufführten, der durchaus als Imitation des US-Präsidenten Trump verstanden werden konnte. Und der Verband, der nach Schlusspfiff genüsslich ein Bild des jubelnden Lukaku mit einer Hand am Ohr bei X postete, und dazu schrieb: "Macht das mal rückgängig."