Vor allem im Geschäft mit China wachsen die Importe stark. Allein im Juni kletterten die Einfuhren aus der Volksrepublik um gut neun Prozent auf 16,5 Milliarden Euro.
China macht Deutschland in Schlüsselbranchen wie dem Auto- und Maschinenbau Konkurrenz. Viele Hersteller verlieren in China Marktanteile und treffen zugleich auf den Weltmärkten auf stärkere chinesische Wettbewerber. DIHK-Außenhandelschef Treier warb daher um neue Handelsabkommen der EU. "Thailand, Malaysia oder die Philippinen bieten große Marktchancen."
Exporte helfen Wirtschaft in der Flaute
Die Erfolge der Exporteure helfen der deutschen Wirtschaft, während sich die Verbraucher angesichts gestiegener Preise gerade an den Tankstellen zuletzt beim Konsum zurückhielten. Manche Ökonomen erhöhen wieder ihre Prognosen für die deutsche Wirtschaft. Nach einem leichten Wachstum in den ersten beiden Quartalen halten Volkswirte ein Plus von einem Prozent im Gesamtjahr für möglich.
Niedrigwasser als Konjunkturrisiko
Allerdings droht das Rekord-Niedrigwasser im Rhein die zarte Konjunkturerholung abzuwürgen. Denn wegen der niedrigen Pegelstände können Transportschiffe deutlich weniger laden, was die Belieferung der Industrie mit Vorprodukten erschwert und die Transportkosten hoch treibt. Die Chemieindustrie, die ebenso wie die Stahlbranche auf Lieferungen über das Wasser angewiesen ist, warnt bereits vor Kürzungen in der Produktion.
Das Niedrigwasser kann nach Einschätzung von Ökonomen eine Ausweitung der Produktion in der Industrie verhindern, die zuletzt an Fahrt gewann. Im Juni sammelten die Unternehmen überraschend viele Aufträge ein, die Produktion stieg den dritten Monat in Folge. "Inzwischen scheint die Talfahrt der Industrie beendet", sagt Jens-Oliver Niklasch, Ökonom bei der Landesbank LBBW. Für die zweite Jahreshälfte gebe es Grund zu vorsichtigem Optimismus. "Alles in allem sah es aber vor vier, fünf Monaten insgesamt schlechter aus als heute."