Auch das gehört zu der Geschichte: Im sprichwörtlichen Saus und Braus konnten die Lauschaer Glasbläser trotzdem nie leben. Aber sie hatten ein Auskommen für sich und ihre Familien in einer Gegend, die klimatisch für die meisten anderen eine Herausforderung ist. Mit einem Produkt, das die Augen von Kindern und Erwachsenen am Heiligen Abend zum Glänzen bringt, gaben sie auch vielen anderen Lohn und Brot.
Die frühe Globalisierung
Da saß der Buchhalter im Kontor des Sonneberger Großhändlers und hat die Aufträge aus Amerika in ein dickes Buch geschrieben. Am Bahnhof hat der Reichsbahner die Kisten verladen. In Hamburg bugsierte sie ein Seemann auf das Schiff. In Detroit hat sie eine Verkäuferin einem Fabrikarbeiter aus den Automobilwerken verkauft. Der hatte zuvor ein Lieferauto zusammengeschraubt, das den umgekehrten Weg gehen sollte und schon von einem Händler am Rennsteig erwartet wurde.
So verschieden waren all diese Menschen gar nicht, auch wenn einer mehr und der andere weniger Geld hatte: Weihnachten hängten sie alle die gleichen Lauschaer Kugeln an ihren Christbaum, der ja auch von Südthüringen aus zum Siegeszug über die Kontinente angetreten war. Die Christbaumkugeln aus Lauscha sind so rund wie der Erdball, und sie erzählen eine kleine Geschichte der großen Welt.