Weltcup in Oberhof Rydzek Fünfter, Armbruster schlägt zurück

Großer Zuschauerzuspruch, Heimpremiere für einen Suhler und eine Baden-Württembergerin, die sich eindrucksvoll zurückmeldet: Das war der erste Wettkampftag der Kombination.

„Das heute war meine Antwort“: Nathalie Armbruster jubelt über ihren zweiten Platz in Oberhof. Foto: Imago//Eibner-Pressefoto/Florian Wiegand

Die deutschen Kombinierer haben bei der Weltcup-Rückkehr nach Oberhof erstmals in diesem Jahr das Podest verpasst. Beim Sieg des Norwegers Jens Luraas Oftebro empfahl sich Altmeister Johannes Rydzek (SC 1906 Oberstdorf) auf Rang fünf aber zumindest für ein Olympiaticket.

Nach der Werbung weiterlesen

„Die Zuschauer haben mich gepusht. Geniale Kulisse, perfektes Wetter, spannendes Rennes – dafür trainieren wir“, sagte Rydzek im ZDF. Dem 34-Jährigen, zuletzt zweimal Zweiter, fehlten im Ziel 8,4 Sekunden zu einem erneuten Platz auf dem Treppchen. Dort standen neben Sieger Oftebro auch Ex-Weltmeister Johannes Lamparter (Österreich) und Einar Luraas Oftebro, älterer Bruder von Jens.

Rydzek konnte sich beim ersten Weltcup-Heimspiel von Zimmerkollege Richard Stenzel (beide teilen sich im Berghotel Oberhof ein Zimmer) einen kleinen Seitenhieb nach dem Rennen nicht verkneifen. Am Ende sei es ihm wohl zu schnell geworden, meinte Rydzek im Ziel zu Stenzel – beide grinsten in der Sonne.

Richard Stenzel mit Freundin Paula Riehmann. Foto: Karsten Tischer

Der junge Kombinierer vom SC Motor Zella-Mehlis lag nach dem Springen am Samstagvormittag (17. Januar) auf der Normalschanze im Kanzlersgrund und seinem Satz auf 95,5 Meter als bester Deutscher auf Rang zehn. Das zwischenzeitliche Podest war in rein österreichischer Hand: Franz-Josef Rehrl gewann mit 98,5 Metern vor den Rettenegger-Brüdern Thomas (98,5 m) und Stefan (97,0 m).

Ins anschließende, 7,5 Kilometer lange Compact Race, das die Athleten auch über den legendären Birxsteig führte, startete der Suhler Stenzel mit 38 Sekunden Rückstand auf die Spitze und konnte seinen Platz in der Top Ten einige Zeit behaupten. In der zweiten Runde musste Stenzel etwas abreißen lassen und fortan alleine laufen. Mit 1:04,2 Minuten Rückstand belegte er am Ende Platz 17.

Genossen hat der Lokalmatador sein allererstes Weltcup-Rennen in der Heimat nach eigenen Worten dennoch in vollen Zügen. Er habe über das gesamte Rennen grinsen müssen, sagte er im Ziel. „Klar, es ist schade, dass ich nicht bei der ersten Gruppe mit dranbleiben konnte. In der zweiten Runde war es ein bisschen zu schnell. Aber das Grinsen konnte ich mir trotzdem nicht verkneifen – auch als es mir schlecht ging. Es hat einfach Spaß gemacht vor dem Publikum hier.“

Der viermalige WM-Zweite Julian Schmid kam am Samstag auf Rang neun, Olympiasieger Vinzenz Geiger musste sich mit dem 23. Platz begnügen. „Es war ein sehr hartes Rennen. Die Strecke ist enorm anspruchsvoll, wir hatten auf der Schanze schon einen zu großen Abstand“, sagte Bundestrainer Eric Frenzel im ZDF.

Rydzek, Schmid und Geiger haben alle die interne Olympia-Norm (zweimal Podium oder dreimal Top 6) bereits erfüllt. Ob Frenzel zwei oder drei Athleten mit zu den Winterspielen nimmt, ist noch offen.

Bei den Frauen hat Nathalie Armbruster (SV-SZ Kniebis) bei der Weltcup-Premiere der Nordischen Kombiniererinnen in Oberhof ihren fünften Podestplatz der Saison geholt. Die WM-Zweite von 2023 musste sich sechs Tage nach ihrer Disqualifikation in Otepää als Zweite einzig der Weltcup-Führenden Ida Marie Hagen aus Norwegen geschlagen geben. Rang drei ging beim Compact Race an Minja Korhonen aus Finnland.

„Ich hätte am Sonntag noch so viel zu sagen gehabt – das heute war meine Antwort“, sagte Armbruster, die in Estland wegen eines nicht regelkonformen Anzugs disqualifiziert worden war. Im Ziel fehlten ihr nach fünf Kilometern 7,7 Sekunden zu Hagen. „Für mich ist das wie ein Sieg. Das bedeutet mir so viel, hier auf dem Podium zu stehen.“ Als zweitbeste Deutsche wurde Jenny Nowak Elfte.

Armbruster hatte am Morgen mit einem guten Sprung auf 97,5 Meter die Grundlage für den Erfolg gelegt, als Vierte ging sie fünf Sekunden vor Hagen in die Loipe – im Compact Race sind die Zeitabstände zwischen den Plätzen vorgegeben. Auf der Strecke musste sie Hagen früh ziehen lassen, doch es reichte zu Rang zwei.

„Nathalie hat sich nach letzter Woche unglaublich viel Gedanken gemacht und viel Energie verwendet, um das abzuschütteln. Heute hat sie die Antwort gegeben. Hut ab“, sagte Bundestrainer Florian Aichinger im ZDF.

Für die Frauen war es der erste Weltcup am Grenzadler. Auch die Männer sind in Oberhof am Start – erstmals seit 16 Jahren. Weil auch die Rodler und Langläufer in Oberhof am Start waren, war der Zuschauerandrang enorm. Allein beim Skispringen zählten die Veranstalter rund 2000 Zuschauer im Kanzlersgrund.