Welt-Ranger-Tag in Schmiedefeld Naturhüter brauchen selbst Hilfe

Für Spontane: Im Unesco-Biosphärenreservat Thüringer Wald gibt es am 31. Juli zum Welt-Ranger-Tag eine Wanderung. Weltweit sterben jährlich 150 Ranger im Dienst.

Ranger Thomas Rothbart lädt Naturinteressiert zur Wald-Klima-Exkursion ein. Foto: Arnold Morascher

Mit über 30 Mitmach-Aktionen bundesweit feiern die Nationalen Naturlandschaften und ihre Dachverbände zusammen mit dem Bundesverband Naturwacht heute den Welt-Ranger-Tag. Die Naturhüter geben bei Führungen und Radtouren, an Infoständen und mit Filmvorführungen Einblicke in ihre vielfältigen Aufgaben. Auch im Unesco-Biosphärenreservat Thüringer Wald, betont Sprecherin Christina Sittig-Schubert. Hier startet um 10.30 Uhr am Infozentrum in Schmiedefeld, Brunnenstraße 1, eine Führung zum Thema „Danke Wald. Eine Wald-Klima Exkursion“. Sie ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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Zusammenschluss weltweit

Das Unesco-Biosphärenreservat Thüringer Wald ist eines der insgesamt 141 Nationalparke, Wildnisgebiete, Biosphärenreservate und Naturparke, die zusammen das Bündnis der Nationalen Naturlandschaften bilden – von den Küsten bis in die Alpen. Sie bieten nicht nur Rückzugsräume für bedrohte Arten, sondern auch Erlebnisräume für Menschen, die Natur mit allen Sinnen entdecken wollen. Qualifizierte und engagierte Rangerinnen und Ranger begleiten diese und zeigen ihnen die Besonderheiten von Biotopen, Pflanzen und Tieren vor der Haustür oder am Urlaubsort.

Exkursion zu Wald, Wetter und Klima

„Bei unserem Programm ,Danke Wald. Eine Wald-Klima-Exkursion’ tragen wir zur verstärkten Thematisierung der besonderen Bedeutung unserer Wälder für den Klimaschutz bei. Wir gehen auf Waldfühlung, entdecken Wetterphänomene und lernen Wetter von Klima zu unterscheiden. Welchen Effekt Treibhausgase auf die Umwelt haben, lernen Teilnehmer dabei ebenso spielerisch wie die Klimaschutzfunktion des Waldes“, erklärt Annett Rabe von der Verwaltung des Biosphärenreservats.

Dokumentieren und bilden

Mit ihrer Arbeit leisten die rund 850 Ranger in Deutschland einen wichtigen Beitrag zum Schutz bedrohter Arten und deren natürlichen Lebensräumen. Zu ihren Aufgaben gehört es unter anderem, Artenvorkommen zu dokumentieren und die Einhaltung von Verhaltensregeln in der Natur zu überwachen. Ein weiterer zentraler Bestandteil ihrer Tätigkeit ist die Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen – Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Bei gemeinsamen Erkundungen in der Natur vermitteln die Naturhüter Wissen über ökologische Zusammenhänge und fördern das Verständnis für den Wert der Nationalen Naturlandschaften, heißt es in der Mitteilung des Biosphärenreservates weiter.

Obwohl Ranger weltweit eine Schlüsselrolle einnehmen, globale Naturschutzziele zu erreichen, es in vielen Ländern erheblicher Verbesserungen ihrer Arbeitsbedingungen. Oft fehlen faire Löhne, gute Aus- und Weiterbildung oder angemessene Ausstattung, weiß Christina Sittig-Schubert. Rund 150 von ihnen verlören sogar jedes Jahr insbesondere durch Wilderer, Angriffe von Wildtieren und Naturkatastrophen im Dienst ihr Leben. Der Welt-Ranger-Tag macht so auch auf die schwierige Arbeitssituation der internationalen Ranger-Gemeinschaft mit weltweit rund 285 000 Berufstätigen aufmerksam.

Spenden für Schutzausrüstung

„Die Rangerinnen und Ranger zeigen jeden Tag unglaublichen Mut und Einsatz, um unsere Natur zu schützen. Dafür verdienen sie nicht nur Respekt, sondern auch weltweite Unterstützung und faire Arbeitsbedingungen“, erklärt Milena Kreiling, Co-Vorsitzende des Bundesverbands Naturwacht. Dieser sammelt anlässlich des Welt-Ranger-Tags Spenden und leitet diese an die Thin Green Line Foundation weiter, die unter anderem Schutzausrüstung oder Erste-Hilfe-Pakete bereitstellt und Fortbildungen ermöglicht.

www.nationale-naturlandschaften.de/veranstaltungen-world-ranger-day