Laut Prognosen des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) werden auch für die kommenden Tage in der Region niedrigere Pegel erwartet als zu Beginn der Woche.
Unruhe im Team
Unterdessen verließen nach der gescheiterten Hilfsaktion vom Vortag mehrere Teammitglieder die private Initiative, teils nur zeitweise. Christiane Freifrau von Gregory, die als Pressesprecherin auftrat, trat zunächst zurück und begründete das damit, dass eine konstruktive und professionelle Zusammenarbeit unter den derzeitigen Rahmenbedingungen "für uns" nicht mehr möglich sei. Wenig später erklärte sie ihre Rückkehr. Unklarheiten seien geklärt worden.
Die leitende Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert wurde am Montag mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht, wie Backhaus sagte. Auch eine weitere Tierärztin fällt demnach aus. "Ich habe natürlich auch mit großer Sorge zur Kenntnis genommen, dass die aus Hawaii eingeflogene Tierärztin abgereist ist", sagte Backhaus am Morgen. Zuvor hatten Medien berichtet, dass Jenna Wallace wegen Differenzen im Team abgereist sei. Nach Angaben der Initiative beteiligt sich neu die Tierärztin Kirsten Tönnies.
Erste Sichtungen bereits vor rund sieben Wochen
Erste Sichtungen des Wals hatte es Anfang März gegeben. Am 3. März tauchte der Buckelwal im Hafen von Wismar auf und lockt Schaulustige an die Kaikante. Gegen Abend schwamm er wieder Richtung Ostsee. In den Tagen darauf wurde er vor der Ostseeküste Schleswig-Holsteins sowie der Küste Mecklenburg-Vorpommerns gesehen. Das Tier hatte sich Experten zufolge wiederholt in Netzen verfangen. Einsatzkräfte und Meeresschützer der Organisation Sea Shepherd hatten es von einem Teil des Materials befreit.
Am 23. März strandete der Wal das erste Mal auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand in der Lübecker Bucht. Umfangreiche Rettungsversuche starteten, das Tier schwamm schließlich selbst los. Wenige Tage später strandete es auf einer Sandbank in der Wismarbucht. Bei steigendem Wasserstand schwamm der Wal in der Nacht kurzzeitig weiter, lag kurz darauf in der Wismarbucht wieder auf, schwamm erneut weiter. Seit 31. März saß er dann erneut fest, diesmal in der Kirchsee-Bucht. Am Montag folgte die fünfte Strandung.