Weihnachtsbaumaktion Millimeterarbeit mit dem Teleskoplader

Annett Recknagel

In Floh-Seligenthal sind jetzt alle Ortsteile mit einem Weihnachtsbaum geschmückt – die Baumaktion in Struth-Helmershof am Samstagvormittag war besonders spektakulär.

Struth-Helmershof - Ein bisschen spät waren sie schon dran, die Strüther. Letztlich aber meisterten die dortigen Feuerwehrleute die Herausforderung und eine solche war die diesjährige Weihnachtsbaumaktion durchaus. „Eigentlich holen wir uns immer einen größeren Baum“, sagte Hartwig Klein, der den Einsatz leitete. Im Coronajahr aber war alles anders.

Bei Martin Schweigel stand im Innenhof eine Koreatanne, die zehn Meter hoch gewachsen war und dort das gesamte Licht schluckte. Martin Schweigel gehört zur freiwilligen Feuerwehr in Struth-Helmershof und brauchte seine Kollegen nicht lange zu bitten. Der Baum war sofort als Weihnachtsbaum auserkoren. Ihn zu fällen erwies sich allerdings als aufwendig und spektakulär zugleich. Die Sägearbeiten übernahm ein Profi.

Befestigt wurde der Baum an einem Kran, der wiederum Teil eines nagelneuen Abschleppwagens von Unternehmer Volker Ullrich war. „Wir haben schon alle anderen Weihnachtsbäume mit diesem Fahrzeug in der Großgemeinde aufgestellt – der hier in Struth ist der letzte“, erklärte er.

Und trotzdem konnte die Koreatanne nicht auf dem Abschleppwagen zum Standort gegenüber des Hotels „Thüringer Hof“ transportiert werden. Nachdem im nur wenige Hundert Meter weit entfernt gelegenen Hof der Schweigels der Baum in luftiger Höhe baumelte, merkten die Feuerwehrleute, dass der Abschleppwagen auf Grund der Enge im Hof nicht eingesetzt werden konnte. Die Strüther hatten das schon im Vorfeld bedacht. Ein spezieller Teleskoplader musste her, den die Agrargenossenschaft des Ortes zur Verfügung gestellt hatte.

Dominik Ebert brauchte als Feuerwehrmann in Struth-Helmershof seine Chefin diesbezüglich nicht lange zu bitten. „Natürlich freut uns dieses problemlose Miteinander“, meinte Hartwig Klein. Also wurde der Baum an dem Radlader befestigt und vorsichtig aus dem Karree gezogen. Übrigens stand bis in die 1980er Jahre hinein dort eine kleine Schusterwerkstatt, erinnerten sich die Nachbarn. Die Tanne sei erst nach deren Abriss in die Erde gebracht worden.

Beim Transport mit dem Radlader mussten die Männer behutsam vorgehen. Einen Ast hatte die Tanne da schon eingebüßt. Und auch ein zweites Knacken war nicht zu überhören. Also entschieden die Wehrleute, den Baum sehr vorsichtig zu transportieren. Einige hielten die Äste und liefen hinter dem Radlader her. Für zehn Minuten musste der Durchgangsverkehr auf der Hauptstraße unterbrochen werden. Auf dem Platz neben dem Hotel angekommen, war ein neuerliches Knacken zu hören. Für die Feuerwehrleute ein weiteres Zeichen, möglichst noch vorsichtiger zu agieren.

Jetzt aber kam der Kran vom Abschleppwagen dazu. In nur wenigen Minuten stand die Tanne schließlich an ihrem Platz. Noch am Nachmittag wurde die Beleuchtung angebracht. Damit sind jetzt alle Ortsteile von Floh-Seligenthal mit Weihnachtsbäumen versorgt. Das Spektakel in Struth-Helmershof lockte natürlich auch etliche Zaungäste an. 13 Feuerwehrleute inklusive Holzmacher gingen ans Werk und waren am Ende froh über diese gelungene Sache.

 

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