Weihnachten im Schuhkarton Weihnachtliche Schuhkartons gehen auf Reisen

Tamia, Sanja und Elisa (von links) füllen noch einige Weihnachtspäckchen auf. Foto: Marina Hube

Bis zum letzten Tag, bis der Lkw vom Hof rollt, können Päckchen für die Aktion Weihnachten im Schuhkarton oder Geldspenden dafür in der Neuapostolischen Kirche in Ilmenau abgegeben werden. Schon jetzt ist die Aktion ein großer Erfolg.

Ilmenau - Offiziell endete am Montag dieser Woche die Sammelaktion „Weihnachten im Schuhkarton“. Kein Wunder, das zu Wochenbeginn in der Neuapostolischen Kirche in Ilmenau Hochbetrieb herrschte. Hier ist die zentrale Sammelstelle für Ilmenau und Umgebung. Viele Päckchen waren zur Abholung in der Neuapostolischen Kirche aufgestapelt, andere wurden noch durch Elisa, Tamia und Sanja von der Jugend der Kirchgemeinde gepackt bzw. mit weiteren Geschenken aufgefüllt.

Unter jenen, die Montagnachmittag die Päckchen abgaben, waren Ronny Haueisen aus Möhrenbach und Annegret Schmeißer in Vertretung für die Burgspatzen. Normalerweise geben wird die Päckchen immer jemanden mit, sagt Ronny Haueisen, für den in diesem Jahr die Zeit scheinbar davonlief und er nun die beiden Päckchen, je eines für ein Mädchen und einen Jungen im Alter von acht bis zehn Jahren, abgab. Auch Annegret Schmeißer hatte gleich mehrere Päckchen dabei. Die Eltern haben gemeinsam mit den Kindern die Gaben gesammelt, die nun Kinderherzen in Osteuropa erfreuen werden. In der Kindereinrichtung sind die Geschenke gemeinsam verpackt worden. Viele Eltern beteiligten sich. Sie gaben sowohl Sach- als auch Geldspenden, sagt sie.

Wie viel Arbeit in den letzten Tagen der Sammelaktion steckt, zeigt die Zahl der Päckchen, die bis Sonntag eingingen. 456 wurden gezählt. Am Mittwochnachmittag waren es schon 767 Schuhkartons. Viele darunter wurden aus den Sammelstellen abgeholt.

Am Dienstagabend begann man mit dem Verpacken der Schuhkartons in die Versandkartons. Heidi Pohlemann ist gemeinsam mit Markus Weyh Hauptverantwortliche der Aktion in Ilmenau und Umgebung. Sie schauen noch einmal auf die Kartons, ob die Aufkleber drauf sind und wenn ein Päckchen sehr leicht erscheint, wird auch einmal hineingeschaut, was sich darin befindet. Ist noch Platz, werden die Schuhkartons aufgefüllt. Die Päckchen sollten möglichst vielfältig gepackt sein. Damit man eine Orientierung hat, enthält der Flyer zur Aktion nicht nur die Etiketten für die Schuhkartons zur Angabe ob für Junge oder Mädchen und Altersangabe, es sind auch Geschenkideen aufgeführt. Spielzeug, Hygieneartikel, Schulartikel, Süßigkeiten, Kleidung sollten enthalten sein.

Jetzt haben Heidi Pohlemann und Markus Weyh die Anzahl der Päckchen an die Organisation Samaritan’s Purse gemeldet, die hinter „Weihnachten im Schuhkarton“ steckt. Über diese wird ein Lkw auf Reisen geschickt, um die Kartons abzuholen. In Berlin werden sie für den Weitertransport vorbereitet, dazu gehört die Freigabe durch den Zoll.

Heidi Pohlemann sagt: „Bis heute (Mittwochnachmittag) sind 767 Schuhkartons bei uns abgegeben worden. Das ist eine unglaubliche Zahl, da dieses Jahr auch eine Abgabestelle nicht mitmachen konnte. Von daher ist das so super, wir freuen uns wirklich sehr für die vielen, vielen Kinder, die dieses Jahr beschenkt werden können.“ Sie verspricht: „Solang der LKW noch nicht vorgefahren kommt, nehmen wir auch diese noch an und mit“, bezieht sie es auf Menschen, die sich in allerletzter Minute noch beteiligen wollen.

Aus dem evangelischen Pfarramt kamen in diesem Jahr zwar weniger Päckchen, dafür aber eine größere Spendensumme, mit der der Transport finanziert werden kann. Mit etwa 10 Euro je Päckchen müsse man kalkulieren, sagt Markus Weyh. Regelmäßig komme auch eine größere Spende von den Rotariern. Auch Einzelpersonen Spenden teilweise hohe Beträge zum Begleichen der Transportkosten.

Heidi Pohlemann sagt, dass man in den Sammelstellen merkt, dass da viel Herzblut hinter der Aktion steckt. Beispielsweise würde die Waldmeisterapotheke in Ilmenau immer sehr schön die Aktion optisch präsentieren, so dass die Kunden darauf aufmerksam werden und nachfragen und auch sehen: hier ist eine Annahmestelle.

Über Jahre hat sich ein Netzwerk entwickelt, auf das jederzeit zurückgegriffen werden kann. Das erleichtert den Organisatoren die Arbeit und sie wissen: „Jedes Geschenk ist ein Glücksmoment für ein Kind. Ein Geschenk bringt zwei Augen zum Leuchten“, sagt Markus Weyh.

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