Wehder feiern Kerwa light Kleiner, aber auf jeden Fall wird gefeiert

Die Umzüge, die immer am Sonntagnachmittag starten, sind immer legendär und locken, wie man sieht, sogar einen Schottenstamm an. Foto: /Carl-Heinz Zitzmann

Die Wiehder Kerwa soll nicht noch einmal ausfallen. Deshalb haben die Mitglieder des Bürgervereins ein Light-Programm zusammengestellt, das Feiern unter Hygienebedingungen möglich macht.

Sonneberg - „Dräzah, Verzah – war hot Kerwa?“ – diese Frage schallt man am ersten August-Wochenende immer wieder lautstark über die Wehd. Nur im letzten Jahr waren diese Rufe nur ganz leise, denn eine Wiehder Kerwa gab es nicht. Und dieses Jahr? Die Mitglieder des Bürgervereins waren unsicher. Dürfen wir? Falls ja, wie? Ganz genau im Auge hatten sie Inzidenzzahlen. Als diese endlich fielen, überlegte man noch einmal. Kriegen wir das hin oder lassen wir die Kerwa noch ein Jahr ausfallen? Doch auf die Kerwa verzichten wollte eigentlich keiner so richtig. Also legte man los. „Wir machen eben eine Wiehder Kerwa light“, hat man gemeinsam entschieden.

In Sachen Vorbereitungen sind die Mitglieder des Bürgervereins inzwischen firm, denn sie haben schon viele, sehr schöne Kirmesfeiern organisiert. Bühne braucht man, Hütten müssen sauber gemacht und bestückt werden, Musiker organisiert und auch die Security gedacht werden. Bei den Musikern hatte man Glück. Obwohl kurzfristig – sonst wird ja schon viel früher mit dem Vorbereiten begonnen – hat man Bands und Orchester gefunden, die die einzelnen Höhepunkte begleiten. Sicherlich auch deshalb, weil viele schon zum „Stammpersonal“ zählen und den Termin eh im Plan hatten. Zum Fackelumzug, der sich am Freitag, 30. Juli, ab 21 Uhr vom Wässerhäusla zum Festplatz bewegt, konnte man das Blasorchester Oberlind gewinnen. Für die Ständela, die am Sonntag frühmorgens durch die Straßen ziehen, sind in bewährter Weise die Baumänner zuständig. Das Thüringer Schallmeienorchester“ ist indes beim Festumzug am Sonntag, 1. August, ab 14 Uhr dabei. Beim anschließenden Festplatzbetrieb unterhält das beliebte Duo „M&M“ und zum musikalischen Frühschoppen am Montag, 2. August, ab 9 Uhr kommt „Günthers Musikexpress“. Frei bleibt in diesem Jahr der Samstag. Lediglich die Abholung der Planmädchen ab 13 Uhr und ein Festplatzbetrieb durch Schausteller und Bürgerverein ab 14 Uhr stehen im Programm.

Anders als in den Vorjahren muss man auf ein Festzelt verzichten. Nur für die Künstler wird es eine überdachte Bühne geben. Da kann man nur hoffen, dass das Wetter mitspielt. Wer auf den Festplatz kommt, muss für eine eventuelle Nachverfolgung der Kontakte entweder die Luca App nutzen oder das Formular ausfüllen. Eine Maske sollte man, auch wenn im Freien gefeiert wird, dennoch dabei haben, braucht man sie doch am Toilettenwagen. Welche Verhaltensregeln man außerdem beachten sollte, ist am Konzept, das am Eingang ausgehängt wird, noch einmal ganz genau nachzulesen. „Dürfte aber eigentlich klar sein – Maske und Abstand“, ist man sich im Bürgerverein einig.

Noch auf der Suche ist man nach einer Spülmaschine für die Gläser. Überlegungen, das Bier in Flaschen auszuschenken, hat man schnell beiseite geräumt. „Wir wollen doch ein bisschen Kultur“, begründet man und ist sich darüber im Klaren, dass notfalls mit der Hand gespült werden muss. Dafür ist man jedoch noch auf der Suche nach einer Lösung, wie man genügend warmes Wasser zur Verfügung stellen kann. „Vielleicht klappt es ja noch mit der Maschine“, hoffen alle.

Ohne großen Schwierigkeiten sind die einzelnen Einsatzgebiete der Bürgervereinsmitglieder besetzt. Diejenigen mit Gesundheitsausweis sind dort, wo Lebensmittel verkauft werden. Andere stellen sich in den Getränkewagen oder helfen beim Zurechtmachen des Festplatzes mit. Recht schnell haben sich auch Freiwillige für den Aufbau der Bühne gefunden. Jeder der Zeit hat, trifft am Samstagvormittag auf dem Festplatz unterhalb des Schlossbergs ein und fasst mit zu. Ganz nach dem Motto „Vieler Hände machen der Arbeit schnell ein Ende“ ist es Ruckzuck geschafft. Gut, die erste Vorbereitung ist geschafft.

Geeinigt hat man sich bereits auch auf ein Motto für den Festumzug. „Die Geister der Vergangenheit oder Trachten“ dürfen diesmal zu bewundern sein. Angesichts der kurzen Vorbereitungszeit darf man dabei gerne in ein Kostüm aus den Vorjahren schlüpfen. Als Plangesellschaften sind die Hasenthaler, die Effelder, die Mengersgereuther und die Theuerner eingeladen, die auch in den Vorjahren den kleinen, aber feinen Umzug mit bereicherten. Na dann „Dräzah, Verzah – Wer hot Kerwa?

 

Bilder