Wassertiere im Domizil Schwäne bei Unterpörlitz haben Nachwuchs

Das Schwanenpaar am Schwemmteich bekam im Mai sieben Junge – das Bild ist erst wenige Tage alt Foto: Christa Kühnlenz

In der Unterpörlitzer Flur gibt es mehrere Teiche, auf die sich zuletzt Schwäne zurückgezogen hatten. Doch nicht immer nahm das Familienleben der Wasservögel ein gutes Ende. Unsere Leserin Christa Kühnlenz hat die Tiere über einen längeren Zeitraum beobachtet.

Ilmenau/Unterpörlitz - Schwäne sind anmutig, schneeweiß und wunderschön. Sie beflügeln unsere Fantasie und wurden schon zu allen Zeiten bewundert und verehrt. Der Schwan ist seit der Antike bis heute Sinnbild für Schönheit, Reinheit und Treue. Zeus verwandelte sich in einen Schwan, als er die schöne Leda verführte, und Göttin Aphrodite hatte den Schwan als Attribut. In vielen Märchen und Mythen spielt der Schwan eine Rolle.

Im Mittelalter waren Schwäne den Herrschaftshäusern vorbehalten. In Großbritannien hatten sie ab 1186 königlichen Status, 1321 wurde ein Schwanenmeister ernannt. In Hamburg gibt es seit 1674 bis heute einen Schwanenvater, dessen Aufgabe es ist, die Alsterschwäne zu betreuen.

Auch in unserer Unterpörlitzer Flur haben sich seit vergangenem Jahr diese wunderbaren Tiere angesiedelt und Familien gegründet. Der Schwemmteich ist ein Magnet für alle Waldbesucher geworden. Eine Schwanenfamilie hatte im vergangenen Jahr fünf Jungtiere, von denen zwei Fressfeinden zum Opfer fielen (Freies Wort berichtete). Es war sehr bedauerlich, und die Stimmung am Teich war gedrückt, denn alle liebten diese Familie. Aber die Natur fordert ihren Tribut, und man muss es akzeptieren. Drei Jungtiere konnten die Eltern dennoch aufziehen und flogen mit ihnen Ende Januar ins Winterquartier nach Arnstadt.

Mitten im Wald gibt es noch einen weiteren Teich, der von einem Schwanenpaar als Domizil ausgewählt wurde. Er ist sehr schön gelegen und wirkt märchenhaft. Dieses Paar baute ein großes Nest und brütete. Eines Tages waren alle Eier aus dem Nest verschwunden und das Paar blieb kinderlos. Nun schwammen die beiden Tiere allein auf dem Teich und es war ein wunderschöner Anblick, wie sie ihre Runden drehten, bis sie eines Tages ebenfalls verschwunden waren. Ein Schwanenpaar aus dem Streichgrund zog mit zwei von vier verbliebenen Jungen auf den Altwipfrateich um, der nun frei war. Auch diese Familie hatte kein Glück auf diesem Teich. Über Nacht waren die Elterntiere nicht mehr da, und die beiden Jungen sich selbst überlassen. Ein für Schwaneneltern sehr ungewöhnliches Verhalten, sie lassen ihre Jungen normalerweise nicht allein. Offenbar war dieser Teich verwunschen. Eines der beiden Jungtiere verstarb, vermutlich an einem Fremdkörper im Hals. Nun war das kleine Waisenkind allein. Auch in der Stadt irrte ein Jungtier allein umher. Der Tierschutzverein brachte es zu dem einsamen Schwan auf dem Teich im Wald, und die beiden wurden dicke Freunde. Im Januar verließen sie uns und flogen ins Winterquartier.

Leider werden wir alle Jungtiere aus den Augen verlieren. Spätestens Ende Februar/Anfang März müssen sie den Familienstand verlassen und eigene Wege gehen. Aber die erwachsenen Tiere kamen im zeitigen Frühjahr nach Unterpörlitz zurück.

Das Paar, das im vergangenen Jahr auf dem Schwemmteich residierte, erneuerte sein Nest und die Schwanenfrau brütete von April bis Ende Mai. Sie überraschte uns mit sieben kleinen Schwänen und alle Schwanenfreunde wurden für das wochenlange Warten belohnt. Nun zog die Schwanenfamilie wieder ihre Bahnen über den kleinen See. Die Schwaneneltern sind sehr fürsorglich und Vater Schwan behält den Nachwuchs wachsam im Auge. Inzwischen ist die Familie umgezogen. Es war ihnen wohl doch etwas zu turbulent am Schwemmteich.

Auch auf dem Altwipfrateich hat sich wieder ein junges Paar niedergelassen. Nach Ausbesserung am vorhandenen Nest legten sie fünf Eier und brüteten. Leider waren zum Schluss nur noch zwei Eier vorhanden und zwei Küken schlüpften.

Nach drei Tagen fehlte ein Junges und man kann nur hoffen, dass dieses Paar ihr verbliebenes Schwanenkind nicht auch noch verliert. Der Schwanenvater ist stets wachsam und patrouillierte auch schon mal auf dem Waldweg. Einige Spaziergänger/Radfahrer beklagten diesen „aggressiven“ Schwan, dabei verteidigt er nur Frau und Gelege/Küken, ein völlig normales Verhalten.

So ein Tier greift nicht an. Man muss es natürlich auch in Ruhe lassen, es nicht provozieren, dann ist alles gut. In der Brutzeit ist es ratsam, die unmittelbare Nähe zu meiden. Wir befinden uns in ihrem Lebensraum. Es sind, trotz aller Zutraulichkeit, wilde Tiere, und das soll auch so bleiben. Und es sollte auch beachtet werden, dass die Tiere sich einzig von den Pflanzen im Teich ernähren und nur im Ausnahmefall eine Zufütterung benötigen, die in der Hand des Tierschutzes bleiben sollte. Die übermäßige Futtergabe von Teichbesuchern, an schönen Tagen können das schon mal zehn für fünfzehn sein, die mit reichlich Futter erscheinen, schadet den Tieren und macht sie krank.

Der finanzielle und zeitliche Aufwand ist dann immens. Man kann sich an den Tieren erfreuen, sollte ihnen aber die Ruhe lassen, die sie zum Brüten und zur Aufzucht ihrer Jungen brauen.

 

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