Am Sonntag ist der Strom in Schleusingens Kernstadt schon wieder ausgefallen – bereits zum dritten Mal innerhalb eines Monats. Das könne doch kein Zufall sein, mutmaßen Kunden in den sozialen Medien wegen der Häufung der Vorfälle. „Statistisch betrachtet ist das natürlich eine Häufung“, sagt Martin Schreiber, Pressesprecher der Thüringer Energienetze (TEN), der hundertprozentigen Tochter der Thüringer Energie AG (TEAG). „Das ist schon ungewöhnlich.“ Die Ausfälle haben aber stets konkrete Ursachen, die Schreiber klar benennen kann. Dabei handele es sich nicht etwa um eine Überlastung wegen zu vieler E-Ladesäulen. Denn das Netz besitze ausreichend Leistung und solchen Neubauten ginge stets eine Netzverträglichkeitsprüfung voraus. Stattdessen habe ein defektes Erdkabel in der Jägerhausstraße einen Erdschluss ausgelöst – offensichtlich weil Feuchtigkeit eingedrungen war. Ein Stromanschluss auf einem Privatgrundstück sei zurückgebaut und vermutlich vom Besitzer nicht fachgerecht versiegelt worden, sagt Schreiber. Weil diese Nahtstelle aufbrach, waren „am Sonntag von 19.39 bis 20.20 Uhr 479 Kunden ohne Strom“, bis die Netzleitstelle den Fehler lokalisiert und das Netz entsprechend umgeschaltet hat, um die Versorgung über andere Leitungen wieder zu gewährleisten. Denn das Netz ist redundant aufgebaut. Das heißt: Wenn einer der beiden parallel geschalteten Stromkreise ausfällt, übernimmt der zweite die Versorgung automatisch, oder eben – wie in diesem Fall – per Zuschaltung.
Was sagt der Netzanbieter? Immer wieder: Stromausfall in Schleusingen
Jan-Thomas Markert 22.07.2024 - 20:20 Uhr