Es gibt Situationen, die kann man nicht bestellen. Noch während des Gesprächs über „New Adult“-Literatur, über einen Bücher-Trend, geschaffen für ganz junge Erwachsene, der immer mehr ankommt bei Leserinnen und Lesern jeden Alters, betritt eine Frau die Bibliothek. Sie ist schon länger erwachsen, gibt Lektüre zurück, fragt nach dem nächsten Band – einem Teil einer „New Adult“-Serie. Der Band ist nicht da, ausgeliehen wie die meisten aktuellen Bücher, die in die Kategorie fallen. Moderne Liebesromane sind es meist, mit Farbschnitt, allerlei Extras – und ungeheuer beliebt. Und fast wie vor etlichen Jahren, als die langen Harry-Potter-Geschichten nicht besonders lesebegeisterte Kinder zum Buch brachten, erschließen die New-Adult-Romane jetzt wohl eine Zielgruppe, die manche fürs klassische Lesen verloren gegeben hatten. Aber es sind nicht nur die in der digitalen Welt aufgewachsenen jungen Leute, die hinter den hübschen Druckwerken her sind. Der Trend sei umfassend, sagen Dorit Reum und Lisanne Pereanen. Die Leiterin und eine ihrer Mitarbeiterinnen sprechen über das vergangene Jahr in der Stadt- und Kreisbibliothek in Bad Salzungen. Das Jahr, in dem zu einer Lesung – „Messe-Feeling war das“ – der New-Adult-Bestseller-Autorin Bianca Iosivoni etliche junge Menschen zum ersten Mal im Leben eine Bibliothek betreten hätten „und jetzt immer noch kommen“, sagt Lisanne Pereanen. Und auf der Hitliste der am häufigsten ausgeliehenen Bücher laufen allein die Dauer-Bestseller von Lucinda Riley zwei New-Adult-Romanen – „Luisa“ von Lena Corina und „Today I’ll Talk to Him“ von Bianca Wege – den Rang ab.