Die Euphorie war groß und unnütze Leerfahrten sollten vermieden werden, als das kreisliche Verkehrsunternehmen Wartburgmobil vor ein paar Jahren auf mehreren Strecken in kleinere Orte anstelle des regelmäßigen, aber dort wenig genutzten Linienverkehrs (mit Ausnahme der Schulbusse) das Dorf-Rufbus-System einführte. Im August 2020 startete der Dorfbus auf der Linie 132 im Feldatal, im Geisaer Land im September 2021. Zum Preis eines normalen Tickets konnte man in den angeschlossenen Orten zwischen 7 und 19 Uhr spätestens eine Stunde vor der gewünschten Abfahrtzeit per Telefon oder App den Bus bestellen. Ein Acht-Sitzer-Kleinbus, in welchem auch Platz für einen Rollstuhl, ein Fahrrad oder einen Kinderwagen ist, brachte die Fahrgäste dann wunschgemäß von einem in den anderen Ortsteil oder zum Anschlussbus, zum Beispiel in Richtung Kreisstadt. „Das ist zum ersten Mal eine flächendeckende Mobilitätsservicegarantie, die es in Thüringen bisher noch nicht gab ... Jeder macht sich seinen Fahrplan selber. Wir fahren einfach dann, wenn die Leute das wollen“, schwärmte im Herbst 2021 der damalige Wartburgmobil-Vorstand Horst Schauerte, als er im Vachaer Stadtrat und in der Gemeinde Unterbreizbach für den Dorfbus warb.
Wartburgkreis Wenn nur wenige den Rufbus rufen
Stefan Sachs 31.07.2024 - 14:00 Uhr