Wartburgkreis Malsch will, dass Grünschnittabgabe kostenfrei bleibt

Bei Grundstückseigentümer und Kleingärtnern sorgen die geplanten Gebühren für die Abgabe von Grünschnitt im Wartburgkreis für Kritik. Foto: picture alliance / dpa

Der CDU-Landtagsabgeordnete Marcus Malsch will sich dafür einsetzen, dass die Grünschnitt-Abgabe im Landkreis auch 2023 kostenfrei bleibt.

Ab dem nächsten Jahr soll die Grünschnitt-Abgabe an den Annahmestellen im Wartburgkreis Geld kosten – zehn Euro pro Kubikmeter. Das haben die Verbandsräte des Abfallwirtschaftszweckverbands (AZV) Wartburgkreis und Eisenach mit der neuen Gebührensatzung vor einigen Wochen beschlossen (wir berichteten).

Bei Grundstückseigentümern und Kleingärtnern sorgt das für Kritik – schnell können hier in der Vegetationsperiode mehrere hundert Euro zusammenkommen. Marcus Malsch, der als Kreistagsmitglied auch Verbandsrat im AZV ist, hat nun einen eigenen Vorschlag zur Kostendeckung ins Gespräch gebracht. „Jedes Jahr fallen in unserer Region circa 7000 Tonnen Grünschnitt an. Grünschnitt ist aber mehr als nur Abfall. Grünschnitt hat im ökologischen Kreislauf einen bedeutenden Wert, wenn er zur Energiegewinnung oder Bodenverbesserung eingesetzt werden kann“, sagt er. Deshalb schlägt er die Anschaffung einer Sortiermaschine vor. Durch die Sortierung in Kompost, Material für Biogasanlagen und Restholz für die Verfeuerung in Nahwärmenetzen könne der Grün- und Strauchschnitt zur Weiterverwertung aufbereitet werden. Damit könne der AZV zusätzliche Einnahmen generieren, die in der Gesamtkalkulation mit den Gebühren aufgerechnet werden, so der Landtagsabgeordnete. Malsch sieht darin eine Lösung, mit der die Bürger künftig auch weiterhin ihren Grünschnitt gebührenfrei abgeben könnten. „Ich werde meinen Vorschlag mit der AZV-Geschäftsführung besprechen“ und er gehe davon aus, dass eine Rückkehr zur Gebührenfreiheit noch vor der Wiederaufnahme des Betriebs der Grünschnittannahmestellen im Frühjahr möglich sei, sagte Malsch.

Seit 2019 gibt es im gesamten Landkreis Grünschnittannahmestellen. Was als Pilotprojekt gestartet ist, sei inzwischen ein großer Kostenfaktor, hatte Geschäftsstellenleiter Holger Kachel gegenüber der Redaktion erklärt. Rund 800 000 Euro pro Jahr müssten dafür aufgewendet werden. Auch im Sinne der Gebührengerechtigkeit solle die Abgabe daher Geld kosten. Die einmal jährliche Abfuhr von Baum- und Strauchschnitt an den Grundstücken bleibt kostenfrei.

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