BorgWarner in Arnstadt Warnstreik für mehr Lohn und Perspektiven

Kirsten Joachim Breuer von der IG Metall Erfurt und Betriebsrätin Ramona König informierten zu Schichtbeginn die Mitarbeiter bei BorgWarner über den geplanten Warnstreik. Foto: Berit Richter

Die IG Metall fordert Lohnerhöhungen und Beschäftigungssicherung. Bei BorgWarner am Erfurter Kreuz kommt es deshalb am Freitagabend zu Warnstreiks.

Arnstadt - Freitagabend kam es beim Autozulieferer BorgWarner am Erfurter Kreuz zu einem erneuten Warnstreik. Zum zweiten Mal in diesem Jahr waren die Mitarbeiter dem Aufruf der IG Metall Mitte dazu gefolgt. Gewählt wurde dabei eine pandemiekonforme Variante. „Streiken kann man überall“, sagte Kirsten Joachim Breuer, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metal Erfurt. „Deshalb haben wir die Spätschicht dazu aufgerufen, zwei Stunden früher nach Hause zu fahren.“

Bereits am 12. März war bei BorgWarner gestreikt worden. Auch bei anderen Unternehmen rund ums Erfurter Kreuz, so bei Thales und der Robert Bosch Elektronik, hatte es in den letzten Wochen Warnstreiks gegeben, teils auch vor Ort. „Wir sagen, wer zusammen arbeitet, kann auch zusammen streiken“, so Breuer. Wichtig sei, dass die Gewerkschaft auf ihr Anliegen aufmerksam mache. Dazu wähle man verschiedene, auch kleinere Formen.

Vier Prozent mehr Lohn

Das fordert die IG Metall: Vier Prozent mehr Lohn sowie eine Beschäftigungs- und Zukunftssicherung. „Es geht darum, dass Konzepte entwickelt werden, wie Arbeitsplätze gesichert werden können, auch wenn die Kurzarbeit nach zwei Jahren ausläuft“, erklärt Kirsten Joachim Breuer. Bei BorgWarner käme die Frage hinzu, wie wird es weitergehen, wenn Volkswagen, für das im Arnstädter Werk Turbolader produziert werden, von Verbrennern auf Elek­troautos umstellt. „Was kann hier produziert werden, wenn das jetzige Produkt nicht mehr gebraucht wird. Das wollen wir wissen“, so der Gewerkschafter.

Dass manche Menschen die Forderung der Metaller nach mehr Geld kritisch sehen, wenn andere Branchen seit Monaten nichts mehr verdienen dürfen, ist Kirsten Joachim Breuer bewusst. Er sieht sie aber auch als gesellschaftliches Signal. „Wenn wir dafür sorgen, dass mehr Kaufkraft vorhanden ist, dann nützt das auch diesen Branchen“, so Breuer. Zudem gehe es nicht allen Betrieben und Branchen in der Krise schlecht. Die Baubranche boome zum Beispiel nach wie vor. Das sollte auch an die Beschäftigten weitergegeben werden.

Weitere Streiks geplant

Er gehe davon aus, so Breuer, dass ähnliche Forderungen nach Lohnsteigerungen im Zuge der in diesem Jahr anstehenden Tarifverhandlungen auch von anderen Branchen kommen würden. So fordere ver.di - schon jetzt für den Einzel- und Versandhandel sogar 4,5 Prozent Steigerung. „Die Arbeitgeber hatten seit Dezember Zeit, auf unsere Forderungen zu reagieren. Die letzten zweieinhalb Monate hat sich überhaupt nicht mehr getan“, so Breuer. Deshalb habe man nun die Warnstreiks verstärkt.

Sollte nach Ostern keine Einigung erzielt werden können, werde man in der zweiten Aprilhälfte mit 24-stündigen Warnstreiks fortfahren und am 1. Mai in den Erzwingungsstreik gehen. „Denn verschärfen wir das Ganze“, so Kirsten Joachim Breuer.

 

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