Kontaktbeschränkungen, Mindestabstand und spätestens 22.00 Uhr wieder zu Hause: Die Corona-Pandemie prägt erneut den Himmelfahrtstag, der in Thüringen traditionell ein Ausflugstag längst nicht mehr nur für Männergruppen ist. Für Treffen im familiären Kreis gelten die gleichen Regeln wie sonst auch. Auch für die Kirchen ist er wieder mit Einschränkungen verbunden. Ein Überblick:

Kirchen: 40 Tage nach Ostern feiern Kirchen mit dem Fest «Christi Himmelfahrt» die Rückkehr des wiederauferstandenen Jesus zu Gott, normalerweise mit Wallfahrten, Freiluftgottesdiensten und Wanderungen. Die bekannte katholische Männerwallfahrt zur Kapelle Klüschen Hagis (Eichsfeldkreis) nimmt in diesem Jahr eine andere Form an. Gläubige können einen Stationenweg an der Kapelle besuchen - unter Einhaltung von Hygienevorschriften und Abstandsregeln. Im Augustinerkloster Erfurt wird ein Himmelfahrtsgottesdienst gefeiert, der Teil der dezentralen Veranstaltungen zum ökumenischen Kirchentag in Frankfurt am Main ist.

Allgemeine Corona-Regeln: In Thüringen schafft es bis Donnerstag kein Landkreis und keine kreisfreie Stadt, den Corona-Inzidenzwert fünf Werktage am Stück unter 100 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner zu drücken. Somit gilt die «Bundesnotbremse» unter anderem mit Kontaktbeschränkungen, die keine großen Wandergruppen am Männertag zulassen. Treffen dürfen sich nur Angehörige eines Haushalts mit maximal einer haushaltsfremden Person, wobei Kinder bis 14 Jahre, vollständig gegen Covid-19 Geimpfte und Genesene nicht mitgezählt werden. Ausflügler müssen spätestens um 22.00 Uhr wieder daheim sein, danach gelten Ausgangsbeschränkungen bis 5.00 Uhr morgens - Ausnahme: Geimpfte und Genesene.

Gastronomie und Tourismus: Touristische Übernachtungen sind untersagt, Campingplätze geschlossen. Ausflugslokale in Thüringen dürfen noch keine Außengastronomie anbieten. Teilweise bieten sie aber Bratwurst, Brätel, Eis und Kuchen zum Mitnehmen an. Im Landkreis Gotha etwa gilt zur Vermeidung von Menschenansammlungen eine Art Sperrzone im Umkreis von 75 Metern um Lokale, erst hinter dieser Zone darf gegessen werden. Auch Musik an und in Gaststätten und auf öffentlichen Plätzen ist dort untersagt. In einigen kreisfreien Städten und Landkreisen darf laut Gesundheitsministerium kein Alkohol im öffentlichen Raum ausgeschenkt werden.

Polizeikontrollen: Die Landespolizei richtet sich auf reichlich Arbeit ein, Himmelfahrt gehört traditionell zu den einsatzstärksten Tagen der Beamten. Kontrolliert werde nicht nur an bekannten größeren Treffpunkten, so der Polizeisprecher Patrick Martin. Die Beamten haben dabei vor allem die Einhaltung der Corona-Regeln im Blick. Autofahrer müssen sich auch auf Alkoholkontrollen einstellen. Immerhin: Seit der Himmelfahrtstag zunehmend für Familienausflüge genutzt wird und nicht mehr für reine Männertouren, sinkt Martin zufolge auch die Zahl der Notrufe. Im vergangenen Jahr gingen von Mittwochabend bis Freitagmorgen rund 1100 Notrufe ein, 500 weniger als 2015.