Wandern in Zella-Mehlis Wo Klöße mit der Kettensäge geformt werden

Andreas Happ (Zweiter von links) hat die Holzskulpturen am Ortseingang von Zella-Mehlis gefertigt. Zur Einweihung freuten sich Bürgermeister Richard Rossel (links), Gabriele Schneider von der Tourist-Info (Zweite von rechts) und Susen Renner (rechts) vom Hotel Waldmühle über den neuen Blickfang. Foto: Karl-Heinz Frank

Aus zwei dicken Eschenstämmen hat der Ebertshäuser Andreas Happ eine Kloß-Frau und einen Schmied geschnitzt. Die beiden grüßen ab sofort am Eingang zum Zella-Mehliser Wanderweg, der sich um Zunft und Klöße dreht.

Obwohl sie schmackhaft aussehen, könnte eine Kostprobe von den Thüringer Klößen, die sich in der Schüssel türmen, Zahnschmerzen verursachen. Das Thüringer Nationalgericht ist nämlich nicht aus Kartoffeln hergestellt, sondern aus Eschenholz. Andreas Happ aus Ebertshausen hat die Frau, die eine Schüssel Klöße in der Hand hält, und den Schmied neben ihr gefertigt. Etwa eine Woche habe er für jede Figur gebraucht, sagt der Hobbyschnitzer. Aus den dicken Eschenstämmen sägte er mit einer Kettensäge erst einmal grobe Figuren heraus. Mit kleinen Sägen habe er dann die Feinheiten herausgearbeitet. Auch die Klöße seien mit der Kettensäge geformt worden, erzählt er. Feinheiten habe er geschliffen und gefräst. „Ich war öfter mal bei Wettbewerben, bei denen Holzschnitzer gegeneinander angetreten sind, und war fasziniert, was die Leute können“, erzählt der Ebertshäuser. Zum 60. Geburtstag habe er dann einen Schnupperkurs geschenkt bekommen.

Inzwischen ist Andreas Happ Profi: Davon können sich ab sofort auch all jene überzeugen, die von Oberhof kommend nach Zella-Mehlis fahren. Dort haben Kloß-Frau und Schmied nun ihren Platz gefunden und weisen auf den Wanderweg zum Thema Zunft und Kloß hin. „Mit der Kunstfertigkeit der Benshäuser schmücken wir uns natürlich gern“, sagt Bürgermeister Richard Rossel über den neuen Blickfang am Eingang zur Stadt lächelnd.

Wer läuft, darf stempeln

Bereits im Herbst vergangenen Jahres wurde der thematische Rundwanderweg eingeweiht. Er ist knapp sieben Kilometer lang und führt vom Wanderparkplatz Lubenbachtal an den beiden Holzfiguren vorbei zum Waldfriedhof. Weiter gehts zum Pumpwerk Adamsrod, zur Bergbaude Veilchenbrunnen und dem Hotel Sterngrund. Der Weg führt vorbei an der Gesenkschmiede und dem Hotel Waldmühle und dann zurück zum Wanderparkplatz.

Im Frühjahr kamen die Tafeln mit Aufgaben für Kinder hinzu. Inzwischen ist der familientaugliche Wanderweg zusätzlich ausgestattet mit fünf Stempelstellen. Die erste befindet sich gleich am Eingang zum Rundweg, am Kreisel in Zella-Mehlis, informiert die Chefin der Tourist-Info, Gabriele Schneider. Bei ihr und ihrem Team können die Stempelkarten dazu erworben werden. Es gibt sie für Erwachsene mit etlichen weiteren Wanderwegen in ganz Thüringen und für Kinder. Dann sind spannende Rätsel und Aufgaben im Heft hinterlegt.

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