Waldjugendspiele Entdeckungstour im Regenwald

Auch wenn die Waldjugendspiele keinen Wettbewerbscharakter mehr haben, das Interesse der Schulen daran ist nach wie vor groß. 280 Schüler aus Suhl, Zella-Mehlis und Umgebung kamen am Montag auf Einladung des Forstamtes Oberhof am „Waldfrieden“ auf dem Friedberg zusammen, um bei Regenwetter an verschiedenen Stationen in die Geheimnisse des Waldes und der Bäume einzutauchen.

„Das arme Pferd...“ Die Schüler der Jenaplanschule Suhl haben Mitleid mit Fina. Die Stute ist mir ihrem Bruder Tino angeschirrt und zieht dicke Fichtenstämme über den matschigen Waldweg am Friedberg. Nein, sagt Jens Nattermann, der den Kindern an Station 8 der Waldjugendspiele des Forstamtes Oberhof die Arbeit als Pferderücker erklärt, „nein, die Pferde haben Spaß an dieser Arbeit. Die brauchen die Bewegung und sind zur Arbeit geboren.“

Insgesamt 280 Viertklässler absolvieren an diesem verregneten und eigentlich nicht so richtig zu einem Waldspaziergang einladenden Montagmorgen im Wald zwischen Waldfrieden und Altem Schießplatz am Friedberg ein Dutzend Stationen. Mitarbeiter und Praktikanten des Forstamtes Oberhof bringen ihnen dabei kindgerecht und mit Spiel und Spaß ihre Arbeit sowie Flora und Fauna im Wald näher.

Unterrichtswissen im Wald vertieft

Forstwirtschaftsmeister Robby Räthlein zeigt den Schüler seine Werkzeuge und erklärt deren Handhabung, Christian Göring Michael Willmann, Revierförster von Zella-Mehlis erklärt den Unterschied zwischen Fichten und Tannen und Christian Göring erwartet die Kinder zum Zapfenzielwurf. An jeder Station gibt es mit den Forstexperten, darunter auch der pensionierte langjährige Forstamtsleiter Bernd Wilhelm, Neues und Interessantes zu entdecken, kennenzulernen und auszuprobieren. Kleine Preise halten die Motivation der Kinder hoch. „Der Tag passt perfekt in unser Konzept“, sagt Corinna Schneider, die mit der 4a der Lautenbergschule unterwegs ist. „Das Thema Wald ist gerade Thema in Heimat- und Sachkundeunterricht.“ Auch Sandrina Wenzel, Lehrerin an der Jenaplanschule, freut sich über die die in den letzten zwei Jahren wegen Corona leider ausgefallenen Waldjugendspiele. „Wir nutzen das übers das Schulamt vermittelte Angebot sehr gern. Das vertieft das im Unterricht vermittelte über den Wald ungemein“, sagt sie.

Dass es nun ausgerechnet an diesem Tag regnet, sei schade, aber nicht zu ändern, meint Dorit Sommer. Bei der Büroleiterin des Forstamtes laufen die organisatorischen Fäden zusammen. Eine große Herausforderung in Zeiten, in denen auch im Forst Personal und Zeit knapp bemessen sind, Krankheit und Urlaub die Mitarbeiterzahl dezimiert. So freut sie sich über die Unterstützung von Kollegen aus anderen Forstämtern, etwa aus Marksuhl oder Weida. Rund 30 Leute sind an diesem Tag im Einsatz. „Uns ist wichtig, den Kindern die Natur erlebbar und verständlich zu machen.“

Deshalb habe man alles daran gesetzt, nach zwei Jahren Pause die bis 2018 noch als Wettbewerb ausgetragenen und 2019 mit neuem Konzept an den Start gegangenen Waldjugendspiele wieder durchführen zu können. Mit großem gemeinsamen Kraftaufwand ist das gelungen, auch wenn qualitativ durchaus noch Luft nach oben sei.

Auch wenn angesichts des Dauerregens die Luft bei den Kinder früher als geplant raus war und eine Schülerin mit Erschöpfungssymptomen sogar von der zur Absicherung eingesetzten DRK-Bergwacht aus dem Wald geholt werden musste, war der Tag ein voller Erfolg. Zurückgekehrt am „Waldfrieden“ erwartete die Kinder als willkommene Stärkung die ultimativen Nudeln mit Tomatensoße und als Krönung sogar noch ein Eis, das trotz der kühlen Temperaturen niemand verschmähte.

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