Waldfriedhof Zella-Mehlis Trauercafé und Würdigung eines Ehrenbürgers

„Erinnerungen und Begegnungen“ – unter dieses Thema hat die Stadt den 18. Juni auf dem Zella-Mehliser Waldfriedhof gestellt. Seither gibt es dort auch ein Trauercafé.

Das Grab von Hans Renner auf dem Zella-Mehliser Waldfriedhof wurde als Ehrengrab gewidmet. Foto: Stadtverwaltung Zella-Mehlis

Das neue Trauercafé auf dem Gelände des Waldfriedhofs Zella-Mehlis ist eingeweiht und das Grab des Zella-Mehliser Ehrenbürgers Hans Renner seit Neustem als Ehrengrab gewidmet. An einem Nachmittag Mitte Juni waren unter dem Motto „Erinnerungen und Begegnungen“ neben Bürgermeister Torsten Widder und Stadträten auch Einwohner auf den Waldfriedhof gekommen.

Nach der Werbung weiterlesen

Neue Funktion der einstigen Blumenhalle

In den vergangenen Monaten war die einstige Blumenhalle zum Trauercafé umgestaltet worden. Das gemeinsame Abschiednehmen endet für die Angehörigen nicht immer mit der Trauerfeier. Viele wünschen sich einen Ort, an dem sie anschließend in vertrauter Runde zusammenkommen können. „Mit dem Trauercafé haben wir einen Ort geschaffen, um sich nach der Trauerfeier zu treffen und des verstorbenen Angehörigen zu gedenken“, sagte Bürgermeister Torsten Widder anlässlich der Einweihung. Mit dem Trauercafé biete die Stadt Zella-Mehlis einen würdevollen und geschützten Rahmen direkt auf dem Waldfriedhof.

Stadt übernimmt selbst

Das Gebäude wurde ursprünglich um 1960 im Ensemble mit der Trauerhalle als Blumenhalle gebaut und bis Ende 2019 auch als solche genutzt. Nachdem das dortige Geschäft aus Altersgründen aufgegeben wurde, folgte die Sanierung des Objektes, und die Stadt bemühte sich aktiv um einen Nachnutzer. Neben den Ausschreibungen gab es erste Überlegungen zur Umnutzung aufgrund häufiger Nachfragen von Trauergesellschaften für eine geeignete Umgebung für die Trauerfeier. So reifte die Idee, das Objekt als Trauercafé zu nutzen und vor Ort ein Angebot zu eröffnen. Zu dessen Einrichtung gehören ein großzügiger Aufenthaltsraum und eine separate Küche sowie natürlich eine Toilette. Geschirr und Besteck, Kaffeemaschinen mit Thermoskannen, Kühlschrank und Geschirrspüler sowie Tische und Stühle sind vorhanden, informiert Stadtsprecherin Linda Münzel.

Bürgermeister Torsten Widder dankte allen, die diesen Tag ausgestaltet und möglich gemacht haben, darunter Steinmetze, Bestattungsinstitute, Stadträten sowie Mitarbeiter des zuständigen Fachbereich Zentrale Dienste, Verwaltungsmanagement. Foto: Stadtverwaltung

Als Erfinder weltweit bekannt

Die Widmung das Grabs von Hans Renner als Ehrengrab war ein weiterer Höhepunkt des Tages. Dies geschehe im Gedenken an einen Bürger, der viel geleistet hat, betonte Bürgermeister Torsten Widder. Der Stadtrat hatte in seiner Sitzung im März die Richtlinie für die Gewährung und Pflege von Ehrengräbern der Stadt Zella-Mehlis beschlossen. Ziel ist der Erhalt bedeutender Grabstätten über die Zeit des Nutzungsrechts hinaus. In der Richtlinie ist geregelt, dass Grabstätten von Ehrenbürgern als Ehrengrabstätten anzuerkennen sind.

Hans Renner (1919 – 1970) war leidenschaftlicher Skispringer und erfand in den 1950er-Jahren die Kunststoffmatte, die das ganzjährige Springen und damit auch Training außerhalb der Wintermonate ermöglichte. Ein erstes geheimes Testspringen fand im August 1954 am Schwarzen Hügel des Regenbergs in Zella-Mehlis statt. Die Premiere vor Publikum erfolgte im November desselben Jahres. Das patentierte Verfahren führte zu historischen Erfolgen. Hans Renners Erfindung ging als „Zweite Erschaffung des Winters“ (Titel des 2014 gedrehten Dokumentarfilms) in die Sportgeschichte ein. Hans Renner wurde 1958 zum Ehrenbürger der Stadt Zella-Mehlis ernannt. Die Urkunde befindet sich in den städtischen Museen.

Wer das Trauercafé nutzen möchte, kann sich an die Friedhofsverwaltung wenden, telefonisch unter (0 36 82) 48 30 06.