Darf Gift verwendet werden?
Der Nationalpark Bayerischer Wald beteiligt sich seit vielen Jahren am Monitoring. Nach dem Negativjahr 2023 sei dieses intensiviert worden, sagt Jochen Linner.
In der naturbelassenen Schutzzone im Kern des Nationalparks darf der Borkenkäfer sein. Um ein Überspringen des Schädlings auf angrenzende Privat- und Staatswälder zu verhindern, wird er im Randbereich - also der Managementzone des Nationalparks - bekämpft. Dort seien etwa 30 Fallen aufgestellt worden. "Unsere Suchmannschaft steht bereit." Gift auszubringen sei keine Option. "Das ist im Nationalpark untersagt."
Außerhalb des Nationalparks ist ein Pestizid laut LWF "das letzte Mittel der Wahl" und wird lediglich bei bereits gefällten Bäumen eingesetzt.
Im Nationalpark niedrigster Stand seit 25 Jahren
Um auf den Ernstfall vorbereitet zu sein, setzt der Nationalpark auf externe Dienstleister. Es würden vorab Rahmenverträge mit Firmen abgeschlossen, die gegebenenfalls Bäume fällen und aus dem Wald bringen oder entrinden und die dafür nötigen Maschinen mitbringen, sowie mit Sägewerken, die das Schadholz abholen und kaufen.
Die bayernweit rückläufigen Zahlen bei Schäden durch den Borkenkäfer spiegeln sich auch in der Managementzone des Nationalparks wider: 2023 kamen 144.000 Festmeter Schadholz zusammen, 2024 rund 40.000 Festmeter und 2025 etwa noch 8.000 Festmeter. Das ist den Angaben nach dort der tiefste Stand bei der Borkenkäferaktivität seit 25 Jahren.