Die Stimmung ist schlecht. Der Pub, in dem sich die Thüringer SPD trifft, ist schon gegen 19 Uhr ziemlich leer. Eigentlich sollte hier eine Wahlparty steigen – aber angesichts des desaströsen Abschneidens der Partei bei der Bundestagswahl wirkt die Veranstaltung eher wie eine kollektive Gegenwartsbewältigung. Der Spitzenkandidat der Thüringer Sozialdemokraten, Carsten Schneider, ist noch da. Mit einem Bier in der Hand. Er wirkt einigermaßen gefasst. Wohl auch, weil das Ergebnis der SPD überhaupt nicht unerwartet kommt. „Das ist nicht überraschend“, sagt Schneider.