Wahlen in der Pandemie Wahlen unter Coronabedingungen

Korinna Floreskul, Sandro Heß und Anke Guba (von links) waren als Wahlhelfer mit Maske und hinter Plexiglas im Einsatz. Foto: Berit Richter/b

Wahlen in der Pandemie – im Amt Wachsenburg im Ilm-Kreis exerzierte man das am Sonntag erfolgreich bei vier Ortsteilbürgermeisterwahlen vor. Anders als beim Land war eine Verschiebung kein Thema.

Ichtershausen - Während die Landesregierung die Landtagswahlen mit Hinweis auf die Coronapandemie in den Herbst verlegte, sah man im Amt Wachsenburg keinen Grund für eine Wahlverschiebung. Mit Maskenpflicht, Spukschutz und Abstand fanden am Sonntag gleich vier Wahlen statt. „Problemlos“, wie Wahlleiert Klaus Milinski bestätigte. „Ich habe für jedes Wahllokal ein eigenes Hygienekonzept geschrieben“, erklärte er. „Die Wahlvorstände haben regelmäßig gelüftet und gereinigt. Die Wähler waren alle mit Maske da. Alles hat bestens geklappt.“

In Haarhausen, Ichtershausen und Eischleben war eine Wiederholung der Wahl der Ortsteilbürgermeister notwendig geworden, nachdem das Oberverwaltungsgericht die vorhergehenden Wahlen für ungültig erklärt hatte. Die Wählervereinigung Bürgeraktiv hatte zur letzten Wahl mehrere Kandidaten als Ortsteilbürgermeister aufgestellt. Diese wurden aber wegen Aufstellungsfehlern nicht zugelassen. Allerdings hatte es der damalige Wahlleiter versäumt, die Einreicher rechtzeitig auf den Formfehler aufmerksam zu machen. Ihnen wurde dadurch die Chance genommen, Unterschriften zu sammeln, um Einzelbewerber ins Rennen zu schicken. Das Gericht gab im letzten Jahr der Klage der Abgelehnten Bewerber statt.

In Ichtershausen trat der Beigeordnete Matthias Kittel (Bürger Aktiv) gegen Amtsinhaber Matthias Eschrich (CDU) an. Mit 35,22 Prozent fiel die Wahlbeteiligung allerdings sehr gering aus. 456 Stimmen gingen an Eschrich (54,7 Prozent), 378 an Kittel (45,3 Prozent). Mit 56,71 Prozent gingen in Haarhausen deutlich mehr Wähler an die Urnen. Der bisherige Ortsteilbürgermeister Hans Ullrich (CDU) trat nicht mehr an. Wolfgang Münster (Bürger Aktiv) setzet sich mit 166 Stimmen (69,75 Prozent) deutlich gegen Tino Bosecker (CDU, 72 Stimmen, 30,25 Prozent) durch.

In Eischleben gewann Amtsinhaber Rüdiger Schmitt (parteilos) mit 204 Stimmen (64,35 Prozent) gegen Gerd Strößner (Bürger Aktiv, 113 Stimmen, 35,65 Prozent). 58,26 Prozent der Wähler hatten sich beteiligt. In Rockhausen endete die Amtszeit von Uwe Zschetzsche (parteilos) planmäßig. Er erhielt ohne Gegenkandidaten 84 Stimmen (80 Prozent). Die restlichen 20 Prozent entfielen auf sieben andere, von den Bürgern auf die Wahlzettel geschriebene, Namen. Die Wahlbeteiligung lag bei 46,35 Prozent.

Insgesamt waren in den vier Orten 3695 Menschen wahlberechtigt. Dem Aufruf, vor allem Briefwahl zu nutzen, waren im Vorfeld nur rund 500 Bürger gefolgt. “Da hatte ich mit mehr gerechnet. Ich hatte extra Briefwahlunterlagen für 2000 Wähler besorgt“, sagte Wahlleiter Klaus Milinski.

 
 

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