Vortrag Asperger-Autist erzählt aus seinem Leben

Im Stadtteilzentrum Wolke 14 (Friesenstraße 19a) findet am Samstag, 1. November, von 15 bis 17 Uhr, eine Veranstaltung zum Thema Asperger Autismus statt.

In der Wolke 14 wird an Allerheiligen ein Vortrag zum Thema Asperger-Autismus stattfinden. Foto: Pixabay

Christian Vetter erzählt unter dem Motto „Aus dem Leben eines Asperger- Autisten“über seinen bisherigen Lebensweg und darüber wie er gelernt hat mit der Einschränkung zu leben. Fragen können gestellt werden und sind ausdrücklich erwünscht.

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Asperger-Autismus bezeichnet eine Form des Autismus-Spektrums, bei der Betroffene in der Regel eine durchschnittliche bis überdurchschnittliche Intelligenz besitzen, aber Besonderheiten in der sozialen Interaktion, Kommunikation und im Verhalten zeigen. Menschen mit Asperger-Syndrom fällt es häufig schwer, soziale Signale wie Mimik, Gestik oder Tonfall richtig zu deuten. Sie verstehen Sprache oft sehr wörtlich, wodurch Ironie oder Redewendungen missverstanden werden können.

Typisch ist auch ein starkes Interesse an speziellen Themen, sogenannte Spezialinteressen, sowie ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Routinen und klaren Strukturen. Viele Betroffene reagieren zudem besonders empfindlich auf Sinnesreize wie Geräusche, Licht oder Berührungen und empfinden spontane Veränderungen im Alltag als belastend.

Trotz dieser Herausforderungen zeigen Menschen mit Asperger-Autismus oft besondere Stärken. Dazu zählen eine hohe Konzentrationsfähigkeit auf Interessengebiete, analytisches und präzises Denken, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit sowie große Detailgenauigkeit. Viele entwickeln kreative und unkonventionelle Lösungsansätze, weil sie anders an Probleme herangehen als neurotypische Menschen.

Die Diagnose wird von Fachärzten oder Psychologen gestellt. Sie erfolgt anhand von Gesprächen, Beobachtungen und speziellen Tests. Seit der Einführung des DSM-5 (einem internationalen Diagnosehandbuch) wird das Asperger-Syndrom nicht mehr als eigenständige Diagnose geführt, sondern als Teil der sogenannten Autismus-Spektrum-Störung (ASS), die in unterschiedlichen Ausprägungen vorkommen kann.

Asperger ist keine Krankheit

Zur Unterstützung können verschiedene Ansätze beitragen, etwa soziale Kompetenztrainings, Verhaltenstherapie, Ergotherapie oder strukturierte Alltagshilfen. Auch die Aufklärung und Sensibilisierung des sozialen Umfelds – etwa in Schule, Familie oder am Arbeitsplatz – spielt eine große Rolle. Viele Betroffene profitieren zudem von Selbsthilfegruppen und spezialisierten Beratungsstellen.

Wichtig ist zu betonen, dass Asperger-Autismus keine Krankheit ist, sondern eine neurodiverse Form menschlichen Denkens und Wahrnehmens. Ziel ist daher nicht eine „Heilung“, sondern ein besseres gegenseitiges Verständnis, Akzeptanz und individuelle Unterstützung im Alltag.

Häufigkeit in Deutschland und weltweit

 
Laut dem Bundesverband Autismus Deutschland wird für alle Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) eine Prävalenz von etwa sechs bis sieben pro 1.000 Personen angegeben, also ca. 0,6 bis 0,7 Prozent. Für das Asperger-Syndrom werden rund ein bis drei pro 1000 Personen genannt. Nimmt man die grobe Prävalenz von circa einem Prozent an und eine Bevölkerung von etwa 83 Millionen Menschen in Deutschland, dann ergibt sich eine Größenordnung von rund 830.000 Menschen mit ASS. Laut der WHO wird geschätzt, dass etwa eine von 127 Personen weltweit ASS hat, womit es weltweit etwa 61,8 Millionen Menschen mit ASS geben könnte.